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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

zu den Themen

It's ein Remix! Ja, alles diesen Monat im Eisimeisiland ist dekonstruiert und rekontextualisiert. Unsere beiden Radiojockeys Magdalena und Helmut begeben
"Gabionen sind die Geißel der Menschheit" (Epikur)
"Das Fernsehen hat mit Literatur nichts, aber auch gar nichts zu tun." (Marcel Reich-Ranicki)

Neue Textbeiträge

Beiträge Prosa

Daphne Elfenbein: Daphne Elfenbeins Leichenschmaus

Trauerweiden sind nicht traurig. Sie haben lediglich ein Bündnis mit der Schwerkraft. Drum lassen sie ihre Zweige runter hängen, statt sie in den Himmel zu stemmen wie die anderen Bäume, die Pappeln zum Beispiel. Überdies können sie ihre Finger ins Wasser tupfen, wenn ihnen zu warm ist. Das ist ökonomisch, ökologisch und nachhaltig. Jawohl!  Daphne Elfenbein findet, dass Trauerweiden zu Unrecht auf Friedhöfen herumstehen. Wenn es auf Friedhöfen keine Trauerweiden gäbe, vielleicht würden dann nicht so viele Hinterbliebene weinen an den offenen Gräbern, die im Totenmonat November besonders häufig weit auseinanderklaffen und Einblicke in furchtbare Abgründe bieten… die Möglichkeit, selbst...
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Zurück

TrauerTränenund Abschied VerlustSchmerzund Loslassen Dein Wegaus der Dunkelheit Stufefür Stufe Findest du Zurück In dein Leben
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Trauer

Der Atembleischwerdas Kleid Trauerdie dichin die Tiefe reisst Im Dunkelnsuchst dunach Licht
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Beiträge Erzählung Prosa

Margit Heumann: „Therapie: Keine“

Mit dem Fahrrad durch die Stadt und alles wie immer. Eine Sekunde später alles anders: Aufgestoßene Autotür, keine Chance zu reagieren, kopfüber auf die Gegenfahrbahn, ein harter Aufschlag, Auto über mir, Bewusstlosigkeit. Notoperation, künstliches Koma, Krankenhauswochen, Reha-Monate, Therapien. Am Ende: Körperlich wieder hergestellt, chronische Apperzeptionsstörung im Bereich Lesefähigkeit, therapieresistent. Die Liebe meines Lebens verloren: das Lesen. Für immer. Mit brennenden Augen starre ich auf die Zeilen, zermartere mir das Gehirn. Ich sehe die Zeichen, das müssen Buchstaben sein, aber sie sind mir fremd geworden, lassen sich nicht mehr definieren, nicht zu Wörtern und Sätzen zusammenfügen. Bitter für mich Vielleser und...
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Beiträge

Zeha Schmidtke: Fünf Gräber

Grab 1 Grab 2 Grab 3 Grab 4
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Beiträge Prosa

Katrin Rauch: Wir sterben alle irgendwann, die meisten von uns in Moskau.

Am 28. April 1993 stirbt die sowjetische Fliegerin und Offizierin Valentina Stepanovna Grizodubova in Moskau. Etwa zur selben Zeit hatten meine Eltern ungeschützt Sex. Wenn man einen Zeitraum von etwa zwei Wochen annimmt, in dem ich höchstwahrscheinlich gezeugt wurde, könnte ich alternativ zu Frau Grizodubova auch die Reinkarnation von Lucette Descaves sein – einer französischen Pianistin. Sie spielte 1932 unter Anleitung desselben das Dritte Klavierkonzert von Sergej Sergejevič Prokofjev, der auch in Moskau verstarb, aber fast genau 40 Jahre vor Grizodubova. Ob Grizodubova Descaves oder Prokofjev oder zumindest dessen Stück Peter und der Wolf ein Begriff war, lässt sich heute...
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Beiträge Lyrik Radiostück

Harald Kappel: Gedächtniskirche

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Beiträge Lyrik

Lea Schlenker: Ich sammle Geister und Kleingeld

Comics Marken KissenbezügeIch bin dieses Wesen das sammeln muss Ich sammle die kaputten AschenbecherDie du zwischen deinen Umzugskartons in der Garage aufbewahrstIch sammle Geister aus FlaschenRosen aus WillkürKleingeld aus fremden TaschenDreissig Milliarden Tränen nur wegen eines Teddybären Ich sammle Männer die mir das Schreiben beibringen könntenAber nicht wollenWeil ich zu süss und zu klebrig binim Geiste aber bereits ihre Autoreifen aufgeschlitzt habe Herdplatten Familienfeste AlbträumeIch bin dieses Wesen das schreien mussFear and Loathing aus dem BackofenLou Reed schreit Am-ph-ph-ph-ph-ph-ph-phetamines Ich schreie Erinnerungen an Menschen die mit Anglizismen beten Verdränge Erinnerungen an schlecht beleuchtete FussgängerstreifenSchwarze Polos die blind in die Nacht starrenBade in Erinnerungen...
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Beiträge Drama Monolog

Margret Bernreuther: Die 69.-€-Platte

„Du hast gerade 69€ für eine Platte ausgegeben? Also, nicht mal eine Platte, sondern eine Single, weil es geht ja nur um dieses eine Lied? Ich dachte, du musst ein bisschen auf dein Geld aufpassen? Wegen Corona, ich mein harte Zeiten. Was ist denn mit dem Lied? Spiel mal vor! Ja schick mir den Link! Also, ich weiß ja nicht, das ist jetzt finde ich kein Wocheneinkauf wert. Also. Da würde ich den Kindern doch vielleicht das nächste Mal lieber sowas wie neue Sandalen kaufen. Ich mein, der Sommer hat ja gerade erst angefangen. Und deine Stereoanlage ist doch eh...
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Beiträge Erzählung Prosa

Matt S. Bakausky: Leidenschaft

Stolz präsentierte ich ihr meine Sammlung. Sie war fasziniert und stellte Fragen zu den verschiedenen Exemplaren im Ordner. Sie war willig, an meiner Sammelleidenschaft teilzuhaben, schlug sogar vor, dass wir einen Ordner für gemeinsame Kinder anlegen könnten, sodass auch bei ihnen dieses Interesse geweckt werden würde. Ich war im siebten Himmel, mir war klar, dass ich diese Frau heiraten würde und dass ich ihre Zehennägel, so wie meine, Jahr für Jahr in einen Ordner abheften würde. Und nach 9 Monaten würden wir dann einen kleinen Ordner anlegen, für die Zehennägel unseres ersten Kindes. Eine finale Prüfung würde sie noch bestehen...
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Beiträge Drama Monolog

Michael Schmidt: Wuiser und das Sammeln

"Wer Sachen sammelt, hat es in der Pandemie leichter gehabt. Meine Nachbarin zum Beispiel sammelt alte Bügeleisen. Ja, alte Bügeleisen! Die hat sie über die ganzen Jahre zusammengetragen und während dem Lockdown, da… ja, da hat sie… Naja, da wird sie sich den ganzen Haufen halt angeschaut haben. Da hat sie was zum Anschauen gehabt mit ihren Bügeleisen da. Zumindest ist ihr nicht langweilig geworden, während dem Lockdown, hat sie gesagt, weil sie ihre Bügeleisen hat. Und der Cousin von meinem Mann, der sammelt auch. Der sammelt alte Unterlagen über Baustellen von der Bahn. Damit er am Ende von seinem...
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Beiträge Lyrik

Hanne Mausfeld: ich sammel

ich sammel und sammel und sammelich sammel und sammel sammel und sammel sammel und sammel sammel sammel sammelsammel hole luft und sammel bis die bude voll dann gebe ich kurse im sammeln man kann nämlich alles sammeln bohnen kichererbsen sammelbücher sammelschränkewenn man richtig sammelt ist das viel schöner schöner ist wenn man das richtige sammelt und vorausschauend sammelt wird man richtig reich und sammelt moneten oder die erben sammelnmoneten wenn sie schlau sammeln  wenn ich sammel …
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Beiträge Lyrik

Jutta v. Ochsenstein: Träume bei Licht betrachtet

nahende Kälte lässt die Arme brüchig werden, die Last des Wintersist schwer zu tragen, Fragen vereisenkreisen um Feuer- beschlüsse, sammeln WärmeLicht bemessend für die zweifelnden Nächte, die Stirn aufgeschlagenan Sätzen auf Felswänden:  ein Zeitrauschen, uraltes Aufrückenvon Bildern geben sie Träumen ihre Zeitform zurücküberschreiten die kalten Schatten
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Beiträge Lyrik

Mirko Hülse: Die Tatort- und Unfallreinigung

Nach dem Umfall ausgebreitetKörperrestbestände ausgeweidet Drumherumstehen nur Gaffer. Und lassen alles liegen.Bald schon kommen die Fliegen. Das mag auch gut seinjuristisch ohne Fragezur Kärung jener UnfalllagePolizeilich sicher abgesichert. Auf Dauerbeflöde den Wandersmanndoch ein Schauerbeim Anblick an. Deshalb muss es Sammler gebendie auf Straßen und auf Wegensolches Gammelnberuflich genötigt sind, auch mit Lohneinzusammeln,nach kurzem Anruf mit dem Telefon.Sie sammeln sie ein.Hier ein Kopf, dort ein Bein. Einer muss es machenauch solche Sammlungssachenda sie es nicht mehr selber tundie, die da doch ewig ruhn.
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Beiträge Erzählung Prosa

Theobald Fuchs: Denken, trocknen, sammeln, zu Staub, weiter.

Bis heute mache ich das, jeden Tag. Wenn ich wo eine tote Fliege liegen sehe, hebe ich sie vorsichtig auf. Lege sie zu den anderen auf das kleine Häuflein. In jedem Zimmer habe ich so ein Häuflein, in der windstillen Ecke natürlich. Die toten Fliegen sind so leicht, der leiseste Luftzug wirbelt sie davon. Noch immer, nach so vielen Jahren bin ich bei jeder einzelnen toten Fliege erstaunt, wie schwerelos sie ist, wie trocken, wie zerbrechlich.  Unser Kaiser war damals viel weiter. Im Erkennen, im Verstehen und im Nutzen. Und überhaupt. Er wusste lange vor allen anderen, dass im Gesumm...
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Beiträge Lyrik

Merzmensch: Sammeln

Wertvolle SchätzeDie Erinnerungen an VergangenesIch laufe und laufeund sammle alles ein, was noch zu gebrauchen ist.Besonders die Dinge die den anderen nichts mehr bedeutensind für mich der größte Wertwas man leider immer wieder feststellen muss.Denn wenn man sie genommen hatdann sieht man das ihnen nurnoch wenig wert ist. (Dieser Text wurde von dem Sprachmodell GPT-3 generiert. die in fett markierten Stellen im Bild unten sind das "prompt", der Rest stammt von der künstlichen Intelligenz)
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Beiträge Kommentar Sachtext

Merzmensch: Kritischer Text zum Thema „Sammeln“

In jedem Menschen steckt etwas komplett anderes. In manchen Menschen ist es eine Vorliebe für bestimmte Autos, in anderen steckt die Liebe zu bestimmten Vögel, und wieder andere Menschen haben einen Sinn für die ganz besondere Art des Sammelns. Es gibt Sammler, die ihre Sammelleidenschaft professionell ausleben. Das heißt, sie verdienen sogar ihr Geld damit, dass sie ihr Hobby konsequent betreiben. Es gibt Menschen, die entwickeln ihre Sammelleidenschaft zu einem kleinen Beruf. Es gibt welche, die sind nur an der Sammlung von Briefmarken interessiert. Ein anderer ist der Sammler von Schuhen, und es gibt noch viele andere. Die Sammelleidenschaft ist...
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Beiträge Kommentar Sachtext

Merzmensch: Goethe über das Sammeln

Goethe schrieb in einem Brief an Schiller über den Sinn des Sammelns: "Werter Freund, ich habe Dir schon bei meiner Ankunft in Weimar gesagt, dass ich abends, wenn ich vom Theater komme, ein großes Vergnügen habe, wenn ich die Karte ablegen kann, auf der ich beim Werkglauben und auf der Bühne notiert habe. Das ist meine Sammlung. Ich habe da mehrere Bände und habe auch – und das ist das Schönste – tausend tausend Beobachtungen über menschliche Natur gemacht, die mir sehr viel Vergnügen machen, solange ich noch lese. Mit einem Wort, ich habe vergessen, Dir zu vermelden, dass ich...
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Beiträge Lyrik

Lea Schlenker: Heimweh

Über meinem Kopf braut sich ein Sturm zusammenIch habe gestern mit etwas Hilfe dreitausend Gedichte geschriebenAuf einer Triumph die ich fast geschenkt gekriegt habeVon meinem zweitliebsten FrancescoIch erinnere mich als wäre es gestern gewesenDenn heute morgen trafen wir uns am GenossenwegUnd dann wurde plötzlich alles Schwarz In der Notaufnahme warte ich fast drei StundenGegenüber sitzt ein Typ mit Tattoos im Gesicht und einem McDonalds Burger in der HandEr zwinkert mir zu und seine Freundin sieht aus als wolle sie mich verprügelnDieses Bern ist so ein Sammelbecken an VerrücktenUnd ich bin ja auch nicht besser Die Untersuchung lief eher unspektakulär abIch...
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Beiträge Lyrik

Philip Saß – Erlebnis

Aus Welten, deren Namen ich nicht kannte (ich spräche sie wohl eh nicht richtig aus (weshalb ich sie auch leichthin »Welten« nannte)), erschien ein Raumschiff, das empfindlich brannte: Es brach entzwei, ein Männchen plumpste raus. Ich schaute dem Geschöpf nur aus Versehen und durch das Küchenfenster zu und rief, was man halt ruft, wenn Havarien geschehen. Es konnte mich jedoch nicht recht verstehen, weil blauer Schleim aus seinen Ohren lief. Ich rannte raus, um, was dort rang, zu retten, und hätte mich vor r beinah verschluckt. Ich tupfte, was mir Blut schien, mit Servietten, bewarf das Wesen hektisch mit Tabletten,...
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