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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

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#0024 – Frühstück (Live, Bonus)
Morgens halb zehn in Deutschland ...
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#023 – Zocken
Es hat sich schon mal jemand totgemischt.
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Neue Textbeiträge

Beiträge Prosa

Immanuel Reinschlüssel: Anconella

Scheppernd schleppt sich das stumpfgefahrene Triebwerk durch die hügelige Landschaft, die im Schein der ersten Sonnenstrahlen nur Konturen preisgibt. Ich höre die Lok ächzen und schnauben, während ich mich inmitten eines einzelnen verwaisten Waggons von ihr durch Täler und Hügel ziehen lasse, mein Schicksal in ihre staubigen Kolben lege. Im Gepäcknetz über mir wackeln meine Habseligkeiten und Mitbringsel hin und her, Geschenke für deine Großeltern, dunkle, ehrliche Schokolade, selbstgerührter Eierlikör, dazu ein Osterbrot aus der Backstube meiner Mutter. Dieser Feiertag, der für sie und ihr Land der höchste im ganzen Jahr ist und mir nichts bedeutet außer einem langen Wochenende...
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Beiträge Prosa

Joe Wentrup: Alles fällt auf einen Tag

Wenn die Sonne am tiefsten ihre Bahn zieht und am frühesten erlischt, dann gedenken wir den Tod des Sonnengottes, des Mitras, von Rom – flüchtig mit Bibelversen übertapeziert – dereinst als neues Produkt präsentiert: als Jesus, beauftragt, das Reich unter seinem milden Blick zu stärken. Doch halt – gedenken wir an diesem Tag nicht der GEBURT des Sonnenkindes? Auch dies trifft zu, denn auf den kürzesten Tag folgt immer auch ein längerer – Mitras erwacht zu neuem Leben. Doch noch ist dieses schwach und unbedeutend, noch wird es kälter, der Frost überzieht das Land, die Welt verharrt in Totenstarre. Erschöpft...
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Beiträge Prosa

Robert Segel: Stiller

Stille.Immer wieder diese Stille, atemlos und unschuldig. Eine kalte Nacht, selbst in dieser Region.Eine beschwerliche, eine trostlose Nacht.Und immer wieder diese Stille.Eine einzelne Kerze, die schummriges, rußiges Licht spendet.Eine Kerze, die keine Wärme spenden kann.Dazu abgekämpfte, raue Männer, die keinen Schutz vor dem harten Wind suchen, sondern das Neugeborene sehen wollen.Männer, die seltsame Geschichten aus einsamen Nächten am Feuer murmeln.Und dazwischen, wenn die Mutter den Blick auf das Kind freigibt, immer wieder diese Stille.Vor dem Neugeborenen werden die zermürbten Männer, die so laut sein können, immer wieder plötzlich still.Absolut still.Ihre Tiere, die sie mitgebracht haben, rühren sich kaum.Die Welt um...
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Beiträge Prosa

Matt S. Bakausky: Das sechste Ei

Peinlich wäre es mir einen Bekannten zu fragen. Nur noch wenige Tage bis Ostern. Ich hatte bereits ein Sechserpack Ü-Eier gekauft. Sie schauten mich vom Tisch aus an und es kam mir so vor als würden sie meine Lage belustigend finden. „Der ist 33 und will noch Ostereier suchen!“ … „Der kennt niemanden der uns für ihn verstecken will!“...“Voll der Versager!“ Ich steckte mir Kopfhörer in meine Ohren und stellte die Geräuschunterdrückung an. Dämliche Eier, kennen mich doch gar nicht. Ich wollte nur Ostereier suchen, wie ich es als Kind getan hatte. Karfreitag war ich so frustriert, dass ich im...
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Beiträge Prosa

Leo Fischer: Ostern

Ja, also eigenartig, Ostern. Also wir haben da immer, naja. Wie das halt damals so üblich war. Ja, wir haben uns nicht viel gedacht, es ist ja ursprünglich auch ein heimischer Brauch, und dann ging das eben so. Von statten, wie man so sagte. Das ist ja lustig, da haben die Christen, dass ist teilweise gar nicht bekannt mehr auch. Ganz viele christliche Bräuche sind ursprünglich pure Gewalt, und dann ist da irgendwann einfach noch die Bedeutung dazu. Naja, heute wissen wir es anders. Also einfach genommen und dann ganz tief in die Farbe hineingehalten, bis irgendwann dann ja auch...
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Beiträge Prosa

Robert Alan: Ostern

Die Katze lag hinter dem Werkzeugschuppen meines Opas. Eines ihrer Augen war mit Blut gefüllt und der hintere Teil ihres Körpers war komplett zerdrückt. Der Mund stand offen. Kaum zu glauben, dass ich dieses tote, verformte Ding gestern noch gestreichelt und geschmust habe. Das Fell schien hart und verklebt. Robert da ist nichts! Du bist völlig falsch! - rief meine Mom. Es war ein schöner Tag. Ich wollte, dass er schön bleibt. Also unterdrückte ich die Tränen und suchte weiter mein Osternest.
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Beiträge Prosa

Nicolai Hagedorn: Ostern

Da erzählt mir doch die mir bis dato vollkommen unbekannte dm- Kassiererin gerade folgende Geschichte: "Ich sollte neulich meinem 6-jährigen Sohn eine Ostergeschichte erzählen und da hab ich dann irgendwas mit Jesus erzählt, der den Kindern sagt, dass nach dem Tod noch nicht Ende ist und so, und da fragte der Kleine nach der Geschichte, ob man dann also nach dem Tod im zweiten Level ist."
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Beiträge Prosa

Andreas Thamm: Die beige Hose meines Bruders

Mein Bruder trug diese beige Buntfaltenhose, die er ganz über den Bauch zog, sodass sie unten seine Knöchel freiließ. Er trug sie zum Wandern. Ganz im Gegensatz zum Rest der Familie war mein Bruder hoch gewachsen und schlank, sein Gesicht kantig und spitz an allen Stellen, die spitz sein können. Zur Buntfaltenhose hatte er, auch das wie immer, wie in jedem Jahr und an jedem Sonntag, ein weißes Hemd gewählt, darüber eine Weste, ebenfalls beige. Er passte nicht zu uns. Er passte auch nicht zu sich selbst. Er war zu alt, obwohl noch so jung. Er sprach wie andere Aufsätze...
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Beiträge Kommentar

Heizung auf Zweieinhalb: Fünf beschissenere Feste als Ostern

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Beiträge Prosa

Andreas Lugauer: Max Goldt liest ›zwischen den Jahren‹

Dass Max Goldt, der – man verzeihe mir den eigentlich unpassenden, aber zum Zwecke der Alliteration verwendeten Ausdruck Doyen – der Doyen der Digression, ›zwischen den Jahren‹ im Nürnberger Hubertussaal liest, das ist mittlerweile zur süßen Gewohnheit geworden wie der alljährliche grippale Infekt nach den Weihnachtsfeiertagen. ›Zwischen den Jahren‹, das sagen die Leute, weil ihnen als »Jahr« nur die Zeit ehrlicher Hände Arbeit gilt, was recht hübsch auch durch das Gegensatzpaar »unter der Woche« für die Werk- und »Wochenende« für die arbeitsfreien Tage Sams- und Sonntag illustriert wird. Denn ›zwischen den Jahren‹, da arbeiten normale Leute nicht, sondern geben sich...
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Beiträge Drama Hörspiele

Natalia Breininger: Staubflusen

Clara, Pierre und Elvis sitzen in einer Wohnung. Leere. Staubflusen. Auszugsblicke und Licht. Clara (fern): Hier sind wir gewesen.Pierre: Wo werden wir sein?Elvis: Unter dem Licht.Pierre (schrill): Unter dem Licht?!Clara (träumerisch): Zugedeckt davon.Elvis: Unter dem Licht fliegen Staubflusen herum. Die Wohnung ist noch nicht leer.Clara (panisch): Oh nein! Wir können nicht ausziehen!Pierre (verärgert): Du bist doch nicht sauber!Clara (empört): Heee! Keine Beschimpfungen hier!Pierre (grantig): Ja, was denn! Wo sollen wir mit dem ganzen Staub hin?Elvis (etwas weltfern und entzückt): Wir können ihn in Truhen sammeln! Wie einen Schatz!Pierre (entnervt): Ich gehe.Clara (besorgt):Wohin?Pierre (kalt): Von euch weg.Clara (verletzt): Du verlässt uns?Pierre...
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Beiträge Lyrik

Daphne Elfenbein: O Stern, O Stern von Bethlehem

O Stern O Stern von BethlehemWeißt du worauf du scheinst?Schon Ostern wird dein Kindlein gehenIst `s drum, dass du so weinst? O Stern, dass hinter dunklen Wolkender Julmond regnet vor sich hinOstern wird dann Blut gemolkenVom guten Hirten – ob das Sinn… macht, 0 Stern am Himmelszeltwo sie vor Wiki-Weisheit schwitzenHinz und Kunz sich für Messias hältOstern verspricht man, still zu sitzen Sieh, O Stern,wie sie einander foltern!unter Kollegen, Brüdern, BösewichtenOstern zahlen wir`s ihnen heimDer Heiland wird`s schon wieder richten O Stern der Hoffnung nur kurze ZeitHat dein Kindlein lieb geflötetOstern siegt die SachlichkeitWie geil es sich karfreitags tötet Alle...
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Beiträge Prosa

Sarah Grodd und Lukas Ullinger: Ein Brunch – zwei Perspektiven

Sie weiß es. Sie weiß es ganz genau. Ich hasse brunchen. Wer hat sich diesen Unsinn überhaupt einfallen lassen? Überhaupt, diese unmögliche Uhrzeit. Soll das jetzt Frühstück oder Mittagessen sein? Das ist doch normalerweise nicht ohne Grund getrennt. Brunch – schon dieses Wort löst Abneigung in mir aus. Müssen wir jetzt für alles einen neuen Begriff einführen? Nicht mal Hobbits nennen ihr zweites Frühstück Brunch. Sondern das was es ist: ein zweites Frühstück. Und dann das Zeug, das es da zu essen gibt. Grenola, Granola oder was weiß ich, für mich ist das einfach Ofen-Müsli-selbstgemacht, aber egal. Im Prinzip wäre...
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Beiträge Prosa

Andreas Lugauer: Nahteufelerfahrung

Für Eilige wird es am Ende dieses etwas längeren Textes eine Zusammenfassung geben. In der Nürnberger Innenstadt gibt es ein kleines Café namens Treppenhauslounge. Es wird betrieben vom CVJM. Das ist der Christliche Verein Junger Menschen, der deutsche Ableger der – wir kennen sie von den Village People: YMCA, der Young Men’s Christian Association. Die Belegschaft der Treppenhauslounge wechselt häufig, immer aber besteht sie aus jugendlichen und jungerwachsenen Christ*innen von überall auf der Welt, die in ihrem jeweiligen Herkunftsland Mitglied des dortigen YMCA-Ablegers sind. Gelegentlich bin ich vormittags Gast in diesem Café, um vor der Schreib- und Lektürearbeit in einer...
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Beiträge Lyrik

Ronja Paffrath: Frühstück

1name dropping in nürnberg zur blauen stundeClara Fieger trifft im Cereal FoyerCeal Floyer persönlichmit einem Frostie auf den KopfÜber dem Kopf von Kerstin Stakemeierbringt mich eine psychotherapeutische emotionstabelle zum weinen,ich halte ein und falle,rein, schön, falle!Wie kluge Wörter über KP Brehmermich zu Trost zürück bringen,wie Frosties Milch herunter 2Ich habe meine Tage,alle.Meine Tage gehören mir.Ich habe meine Tage alle gegliedert:Die Nacht mit dem Schlaf dazwischen kommen zu lassen und dann zur etwa gleichen Zeit zu frühstücken ist wichtig, damit dastägliche Licht zum immer gleichförmigen (aber nicht zwingend gleichgroßen) Rechteck wird. Die Tage sind dann schon vomLicht bezeichnet und man müsste...
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Beiträge Prosa

Sarah Grodd und Lukas Ullinger: Ein Brunch – zwei Perspektiven

Sie weiß es. Sie weiß es ganz genau. Ich hasse brunchen. Wer hat sich diesen Unsinn überhaupt einfallen lassen? Überhaupt, diese unmögliche Uhrzeit. Soll das jetzt Frühstück oder Mittagessen sein? Das ist doch normalerweise nicht ohne Grund getrennt. Brunch – schon dieses Wort löst Abneigung in mir aus. Müssen wir jetzt für alles einen neuen Begriff einführen? Nicht mal Hobbits nennen ihr zweites Frühstück Brunch. Sondern das was es ist: ein zweites Frühstück. Und dann das Zeug, das es da zu essen gibt. Grenola, Granola oder was weiß ich, für mich ist das einfach Ofen-Müsli-selbstgemacht, aber egal. Im Prinzip wäre...
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Beiträge Lyrik

Christine Wiesel: Fritz, der Glücksspieler

Schlappernd mit Hundeblick eingenässt und verkotet vegetiert er der Fritz. Er lebt noch, was denkt er? Hat er jeweils etwas gedacht? Oder nur alle benutzt und ausgebeutet? Olga gebar den Manfred, entstanden irgendwann durch den Herrn Papa, lange vor meiner Zeit und lange nicht gewahr. Was war ihm wichtig? Hat er einmal jemanden richtig geliebt? Alles nicht klar. Die Partnerinnen waren z. Teil einfach so fabelhaft und gingen an ihm zugrunde oder fast. Die soziale Frage brachte selbst mich um den Verstand. Am Lebensende hat es auch mich erreicht und ich sehe die geöffnete Hand.
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Beiträge Prosa

Robert Alan: Zocken

Ich lad mir jetzt Tinder und zieh nach Berlin, sagte er mit schweren Augenlidern an der Bar. Ein paar Jahre später sah ich ihn mit Kind und Kegel vor einer Eisdiele im Nachbarort sitzen. Er schien so dermaßen glücklich, dass ich mich nicht getraut hab, hallo zu sagen. Natürlich hat man ihn nie in Berlin gesehen und für's Tindern fehlte ihm die Romantik. Aber manchmal muss man fürs große Glück auch einfach nur im Lotto gewinnen.
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Beiträge Hörspiele

Daphne Elfenbein: Casino

„Du gehst heute Abend nicht da hin!“ Sie haute die Faust auf den Tisch, dass die Weihnachtsdeko hüpfte. „Oder ich verlass dich!“ Es war still. Gleich würde eine Tür schlagen. Er stand in der offenen Badezimmertür und füllte ein Glas mit Wasser. Sie saß am Küchentresen. Er kramte im Spiegelschrank, warf sich ein paar Aspirin ein, kippte das Wasser runter und zog seinen Mantel an. „Du siehst aus wie ein Penner“, sagte sie. „Danke, das ist charmant von dir, sagte er leichthin, „ich geh heute zum letzten Mal, Liebes, glaub mir“. Er kratzte sich die Bartstoppeln, strich seiner Frau zerstreut...
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Beiträge konkrete Poesie Lyrik

Christian Schloyer: Let’s Play mit Komplettlösung

aus Christian Schloyer: Jump'n'Run (poetenladen, 2017)
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