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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

zu den Themen

"Gabionen sind die Geißel der Menschheit" (Epikur)
"Das Fernsehen hat mit Literatur nichts, aber auch gar nichts zu tun." (Marcel Reich-Ranicki)
Man muss das Mögliche versuchen, um das Unmögliche zu erreichen. (M.S. Bakausky)

Neue Textbeiträge

Beiträge Filmkritik Kommentar Sachtext

Anselm Neft: Horrorfreitag

"Ghostland" (2018): Interessant, dass Filme, die in meiner Jugend indiziert worden wären (die man sich also in türkischsprachigen Raubkopien auf VHS ansehen musste) heute ein FSK 16 erhalten können. Nach "Martyrs" präsentiert Pascal Laugier mit "Ghostland" also einen Film für die ganze Familie. Kotztüten und Telefonnummer einer Traumatherapeutin bereithalten. "Hounds of Love" (2016): Brettharter australischer Psychothriller über eine 17-Jährige, die von einem perversen Paar entführt und gefangengehalten wird. Die drei Hauptdarsteller spielen so gut, dass der Film auch abgestumpfte Naturen berühren dürfte. "Mirrors" (2008): Will man Kiefer Sutherland als traumatisierten Ex-Cop in einem riesigen ausgebrannten Kaufhaus mit Spiegeldämonen ringen sehen?...
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Beiträge Filmkritik Sachtext

Christian Ihle: Twin Peaks

Douglastannen, Kirschkuchen, verdammt guter Kaffee und die schönste Wasserleiche der Weltgeschichte: Welcome To Twin Peaks, Einwohnerzahl: 51.204 Der 10. September 1991 ist ein historisches Datum in der deutschen Fernsehgeschichte: die Erstausstrahlung von Twin Peaks auf RTLplus. Nicht nur markiert Twin Peaks einen der ersten Gehversuche der herumflegelnden Privatsender in dem Reich des Seriösen, sondern auch den ersten Medienhype um eine noch nicht gestartete Serie, der sogar so weit ging, dass Sat1 via seines eigenen Videotextes den Mörder der Hauptfigur Laura Palmer veröffentlichte, RTL strengte dagegen in der Folge ein Gerichtsverfahren an, das SAT1 auch tatsächlich verlor. In den USA lief...
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Beiträge Interview Kommentar

Arne Zank: Interview »Die Vögel fliegen hoch«

Transkript: Felix Brenner 0: Wie geht`s? Müde, warm 0.15 Was fasziniert dich so an Vögeln? Irgendwie ist es so ein Leitmotiv. Anfang der 90er hab ich auch schon Vögel gezeichnet in der Comicgruppe an der Uni. Ich hatte als Kind ein gutes Verhältnis zum Wellensittich meiner Schwester. Seitdem mag ich Vögel und ich mag das Wort „Vogel“. Im Comicbereich drängt es sich auf, da gibt es viele Gestalten aus dem Vogelreich. Bei meinem punkigen Stil fand ich es reizvoll, sich an klassische Figuren anzulehnen. Es gibt schöne Querverweise, z.B. zu Hitchcock. Ich mag es düster und gleichzeitig albern. Schräge Vögel,...
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Beiträge Drama Hörspiele

Arne Zank: Die Vögel fliegen hoch

Teil 1: Bank Teil 2: Krabben Teil 3: Dr. Zank Teil 4: Geld Teil 5: Schnell essen Teil 6: Dr. Zank II Hörspielskript, Regie, Schnitt: Lukas MünichMastering: Bernd Pflaum Sprecher*innen:Vogel 1: Timo MöllerVogel 2: Luca RihmCousinvogel/Polizistvogel: Bird BerlinKapitän/Wirtin/Polizei/Arzt: Philipp KauseKrabbenlehrling Nils/Bankbeamter: Roman BahrDr. Arne Zank: Anders Möhl
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Beiträge Lyrik

Lea Schlenker: Astronomische Denkweise

77 Gedichtegelangweilt aneinandergereiht sie gleichen sich wie falsche Freundeund leiten eine Katastrophe einein Autounfall auf einer Seitenstrasse im Verzascatal77 Deutschschweizer Touristensterben dumm beim Einparken Ich habe gemischte Gefühlewenn es um meine Familie geht sehe meine Grossmutter unter Rosenschön aber auch giftigsehe meine Mutter in meinem Spiegelbildschön aber auch gefährlich 77 Gedichtelieblos in die Tastatur gehauenich kann nicht mehr einschlafenohne sie und dich und dem Wissendass ein Sextape von mir im Umlauf ist Ich schaue es mir anIch vermisse dich Ich weiss nichtOb Gedichte wirklich helfenIch weiss nichtWo mein Kopf aufhört und mein Herz beginnt Ich weiss nichtob das Aufschreiben nicht...
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Beiträge Erzählung Prosa

Fabian Lenthe: Ida

Ich habe nicht viel mit den Nachbarn zu tun. Man grüßt sich, hält sich die Tür auf, nimmt Pakete entgegen. Einigen, begegnet man ständig, anderen nie. „Hi, ich bin Ida!“, sagt sie. Ich bleibe stehen und drehe mich um. Der Sommer steht ihr. „Ich bin gerade eingezogen und wohne im Achten“. „Ich im Dritten.“, antworte ich. Sie lächelt. Einige Tage später versuche ich etwas über die verschiedenen Ursachen meiner Symptome herauszufinden. Dazu zählt plötzlich einsetzende Todesangst, Übelkeit bis zum Erbrechen, Atemnot, Schwindel, Realitätsverlust, Herzrasen, Harndrang, Schweiß an Händen und Füßen und die absolute Gewissheit alleine zu sterben. Dann klingelt es...
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Beiträge Erzählung Prosa

Fabian Lenthe: Marie

Auf dem Schoß des Mannes, der neben mir sitzt, liegt der nackte Schenkel einer jungen Frau. Der Rest ihres Beines verschwindet zwischen seinen. Mit dem anderen steht sie elegant und sicher. Ihre Absätze haben Bleistiftlänge. Ihr Haar glänzt. Sie lächelt, streicht ihm mit der Hand über den Rücken. Gleich wird es passieren. Sie wird ihm die Wünsche erfüllen, für die er bezahlt hat. Ein Geschäft, nichts weiter. Ich trinke mein Glas aus und sehe mich um. Für einen Moment erliege ich der Illusion, doch ich gehöre nicht hier her. Zuhause schließe ich die Augen. Ich stelle mir Körper vor, Beine,...
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Beiträge Kommentar Prosa

Margit Heumann: Mehr oder weniger zusammen

Unser blauer Planet ist ins Trudeln geraten und gondelt richtungslos durch das All wie ein besoffenes Segelschiff bei Windstärke 12. Eine Welle jagt die nächste noch höhere und droht die Erde in den Abgrund zu reißen. Die ganze Welt sitzt im selben Boot, das Gefahrenpotential steigt mit dem Wasser im lecken Schiff. Doch der Mensch wäre nicht Mensch, ergäbe er sich ideen- und kampflos. Schon greifen die ersten nach Eimern und beginnen zu schöpfen. Ob Eimer die Rettung sind, ist ungewiss, aber alles ist besser als mit Nichtstun mit hundertprozentiger Gewissheit  abzusaufen. Eine Welle der Solidarität erfasst die Menschheit, Allianzen...
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Beiträge Drama

Zeha Schmidtke: Wildnis

Ein milder Dienstagnachmittag. Auf der schmalen Straße vor dem berankten Ziergartenzaun pickt eine Elster an etwas frisch Überfahrenem. Hinter dem Zaun ist der Kinderspielplatz heute kaum besucht. Zwei Eltern schaukeln ihr korpulentes Kind mit gemeinsamer Kraft. Eine weitere Mutter hat sich auf die Holzumrandung des Sandkastens gesetzt und beobachtet glücklich seinen Säugling, der im Sand liegt und mit den Ärmchen rudert.  Zu ihr setzt sich ein drahtiger Fremder und beginnt mit leiser Stimme grußlos dieses Gespräch.   - Ist das da Ihrer?  - (zustimmend) Das ist Paul. - Der kann ja gar nix. - Wie bitte? - Liegt im Sand und...
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Beiträge Lyrik

Harald Kappel: ihr Ratten

ich habe mein Bettunter euer Fenster gerücktgleich morgenwerde ich etwas aus dem Leben machenmein Wein wird sauerwann er willRatten können gehenwohin auch immernur ichichich bin gefangenDurst ist mein Käfigich kämpfe harthabe keine Furchtnurvor der Freiheitaber ich werdeeuch Allen verzeiheneuch Alle bezahleneuch Alle liebenihr Rattenich werde etwas aus dem Leben machenich habe mein Bettunter eure Freiheit gerückt gleich morgen
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Beiträge Erzählung Prosa

Andreas Lugauer: Stüssy

In meiner Jugend wollte ich Teil der Skatekultur sein. Skateboard fahren konnte ich nicht. Riefe Eric »Do a Kickflip!« Koston mir zu: »Do an Ollie!«, ich könnte heute noch nur verschämt weglachen. Aber Stunt Skates, auch genannt Aggressive Skates, also solche zum Grinden, hatte ich und ›stand‹ in der Alte-Leute-Dorfsiedlung auf von Vater zusammengedengelten Rails und Curbs auch den einen oder anderen Trick. Die etwa drei Jahre, die ich das machte, gingen gänzlich ohne Verletzung rum, obwohl ich die Skates derart läppisch locker schnürte, dass es »schnürte« heißen müsste und ich ohne Senkelöffnen raus- und reinsteigen konnte; weil ich wollte...
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Beiträge Kommentar Monolog

Demien Bartók: Freiheit

Transkript: "Also Freiheit bedeutet einfach anzufangen, ins Blaue hinein. Stolpern, aufstehen, wieder stolpern. Freiheit, das bedeutet improvisieren. Das bedeutet nicht wissen, ob es gut geht. Freiheit ist immer mehr als man darf. Freiheit bedeutet. Abwesenheit von Zwängen. Freiheit ist ein Wort mit acht Buchstaben. Es hat Vokale und Konsonanten. Das Wort Freiheit fühlt sich ausgewogen an. Wenn ich es so auf der Zunge habe, habe ich das Gefühl, ein ausgewogenes Wort auf der Zunge zu haben. Freiheit bedeutet, im Rampenlicht zu stehen, die Augen auf einen gerichtet. Und zu Versagen. In der Nase popeln und versagen. Freiheit ist Scheitern. Freiheit...
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Beiträge Lyrik

Hanne Mausfeld: Endlich frei

Mal Fehler machen,rebellieren,sich nicht genierenund drüber lauthals lachen. Mit Wonne in den Fettnapf treten und heimlich beten, dass es jeder siehtund akzeptiert, was dazu führt,dass man und frau es ab dann leichter machen kann. Ganz offen lästern überall –frech, geistreich, bis es andernwird zur Qual. Setz dies und jenes in den Sand,gereich der Familie zur Schande,tu endlich das,was keiner will. Dann brauchst dukeine rote Kappe,hältst nie mehr deine Klappeund sagst dir: Mir ist alles einerlei,ich werd so richtig narrenfrei – übertreib die Schminkeund winkeals Nathan von der Bühne.
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Beiträge Prosa Uncategorized

Janina Dotzauer: Freiheit.

Früher oder später im Verlauf unseres Lebens streben wir alle nach Freiheit.Rauschendes Meer und eine Prise Salz auf der Zunge. Die Wellen brechen sich im Sand.Ich lausche den Möwen im Wind und spüre die Sonne auf meiner Haut.Entsteht Freiheit nicht zuerst im Herzen? Frage ich mich.Ich gucke in die Weite des Meeres.Was sich wohl hinter dem Horizont verbirgt? Meine Gedanken kreisen und das Gefühl der Leichtigkeit verfliegt. Ich höre das Kreischen der untergehenden Menschen im Meer. Ich komme mir seltsam vor. Weiß, privilegiert und ohne größere Sorgen. Ich kann einfach hier sein. Ich kann doch einfach frei sein.Dann höre ich...
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Beiträge Prosa

Matt S. Bakausky: Freiheit ohne Waschmaschine

Freiheit bedeutet für mich eine Waschmaschine, um die eigene Wäsche zu waschen. Kennst du die Bilder von den glücklichen Menschen in Indien, die ihre Wäsche im Fluss waschen? Nein, ich habe keine Waschmaschine also verbringe ich viel Zeit im Waschsalon. Aber ich drücke mich davor, da es viel Zeit kostet. Viel zu viel Zeit, aber ist eigentlich meist ziemlich entspannt im Salon. Betrete ihn durch eine Klapptüre und spiele eine Runde Poker mit dem ein oder anderen Ass im Ärmel. Bis ich auffliege und es draußen zum Duell kommt. Dann muss ich für meine Freiheit kämpfen, aber ich bin ein...
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Beiträge Erzählung Prosa

Julian Knoth: Die Stunde Fahrt

Die A9 kurz hinter der Brücke der Deutschen Einheit. Wir lassen die Raststätte Frankenwald hinter uns liegen. Fahren noch ein Stück weiter. Hier irgendwo muss sie sein – die Freiheit. Shell Autohof in Triptis. Eigentlich egal wo. Such Dir irgendeinen Ort aus. Irgendeinen der Kategorie „noch-nie-gehört“. Ich steige aus dem Van. Mir ist kalt. Nehme doch noch schnell die Jacke mit. Ich muss auf’s Klo und bin unterzuckert. Shell Autohof in Triptis und nicht Frankenwald. Denn Sanifair und Serways sind der Feind. Ich würde ja gerne, aber ich kann es nicht.  Ich meine, mich unter der Sanifair-Schranke durch zu drücken....
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Beiträge Fremdsprachige Literatur Prosa Uncategorized

Zülküf Kurt: Minerva’nın baykuşu

“Saatin on ikiyi geçmediği bu yer, bir külkedisi masalı bile etmiyor.”Barbarlarla beklerken, Mehmet Mahsum Oral Kendini gördüğün sudan kaçman, yüzünü saklaman… Tanıyamadığın bir beden… Aniden dönüştüğün şeyin bir adı, hâlâ hiç ara vermeden dönüştüğün şeyin götürdüğü bir yer olmalı… Ya yoksa diye başlayan tüm korkuların bir kâbusu olmalı. Biz, bu kâbusun çocukları, korkular dünyasının acımasız sokakları, varoşun en keskin bıçakları, sözümüz var, hınca ve korkuya bulanmış kanlar arasından. Bu defa bizi dinlemek zorundasınız. İşte, şimdi kaçamayacağımız bir denizin tam ortasındayız… Gemilerin altına sürülen katran kadar ağır bir suyun içinde, kollarımız yorgunluğa teslim. Büyük sözler söyleyeceğim birazdan, şefkatten uzak. İçinde merhamet...
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Lyrik Musikstücke Songtext

Das Jony und der Sebel: Meine Freiheit deine Freiheit

Text: Georg Kreisler (Rechte: Preisler Records, 1985)
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Beiträge Erzählung Prosa

Lea Schlenker: Der Kaiman

Ich habe die Nachricht aus der Zeitung erfahren. Sie hat es zwar nicht auf die Titelseite geschafft, allerdings war sie auch für Personen, die den Lokalteil lediglich überfliegen, leicht mitzubekommen. Fett gedruckt und neben einem anschaulichen Bild aus der Mediendatenbank las ich folgende Schlagzeile:   Aargauer Polizei jagt in Hallwilersee Kaiman.  Ich war gerade bei meinem morgendlichen Tee, einer herrlichen Mischung aus Alpenkräutern und frischer Kamille. Um diese Nachricht aufnehmen zu können, musste ich allerdings sicherheitshalber meine Tasse absetzen. Zum einen war das eine eher ungewöhnliche Nachricht. Ich lebe nur wenige Dörfer weit von diesem See und während meiner gesamten Kindheit schwamm ich jeden Sommer in diesen Gewässern. Der Gedanke also,...
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Beiträge Erzählung Märchen Prosa

Margit Heumann: Freiheit im Wandel

Es war einmal ein kleines Mädchen, das lernte die Freiheit beim Zuhören kennen. Oma, erzähl mir eine Geschichte, und schon durfte es sich in Fantasiewelten tummeln.  Es war einmal ein Schulkind, das holte sich die Freiheit aus Büchern. Mit einem Buch vor Augen entfernte es sich aus der engen Umgebung, weg von den Hausaufgaben, vom lästigen kleinen Bruder, von der fordernden Mutter, von allen Pflichten.  Es war einmal ein Mädchen, das wollte nicht immer nur anziehen, was die Mutter nähte, was die anderen trugen. Schließlich hatte der Papa Erbarmen: sie bekam eine Hose, dunkelblau, dreiviertellang, mit roten Kordeln an den...
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