Esther Gleuwitz: Rauch, Staub und Niesel

Zunächst fand ich es gar nicht so toll. Wenn auch erfreulich und besser als nichts. Es war nicht sonderlich groß. Freundlich und leicht ölig, eine Spur reserviert vielleicht. Nach einiger wacher Betrachtung meinerseits jedoch entwickelte sich schleichend eine vom oberen Bauch aufsteigende flatternde Leichtigkeit, die in eine kleine Welle floss, mit einem Mal von innen gegen den Brustkorb klatschte und sprudelnd Richtung Stirn schwappte. Wie angewurzelt blieb ich stehen, während mein schneller Atem ein Kribbeln durch den gesamten Körper pumpte. Die Fingerspitzen begannen zu pochen und unter der Bauchdecke drückte sich fiebrige Unruhe nach außen. Drängte immer stärker in alle Richtungen. Und so zerbarst ich schließlich und vollkommen. In kleine und in große Teile. In Rauch, Staub und Niesel. Krachte in einer großen Druckwelle durch Gemäuer und Glas. Irgendwann kamen die feinen Partikel zur Ruhe und legten sich als dünne Schicht über die Reste. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich dir vorher deine Sachen zurückgegeben und zumindest nochmal tschüss gesagt.

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