Daphne Elfenbein: Von der Mall of Shame zur kleckerfreien Fließbirne

Seit Daphne Elfenbein ihr lukratives Dasein als Büroratte hinter sich gelassen hat, wo sie nach Herzenslust Kolleginnen gebissen und Kabel durchgenagt hat, bis sie  – äh – befördert wurde, hat sie ein neues Hobby: Shopping! 

Berlin – die Schmuddelmetropole ihrer Träume – hat ja einen Mangel an Shopping-Centern. Das liegt daran, dass die Bauherren so gesetzestreu sind und niemals rumänische Arbeiter für 6 Euro die Stunde beschäftigen. Drum muss Daphne Elfenbein sehr weit fahren, um in das Shopping Center ihrer Träume zu gelangen, wo sie sich einen ganzen Tag lang austobt und immer wieder gern die weißen Handschuhe auszieht, um aus dem silbernen Beutelchen, das niemals leer wird, hübsche Scheinchen über den Ladentisch zu schieben und mit entzückendem Lächeln zuzusehen, wie sie auf Echtheit geprüft werden, um dann Produkte über Produkte einzusacken in diese schicken Einkaufstaschen mit den schicken Logos und den Tragekordeln, an denen jede kleine Hausfrau ablesen kann, in was für Luxusläden Frau Elfenbein ein und ausgeht. 

Dass die Sächelchen später gern bei DER Second Hand-Adresse in Berlin landen, sollte hier eigentlich nicht erwähnt werden, aber nun … der Vollständigkeit halber. 

Irgendwo müssen sie ja hin, die Millionen. Schließlich ist bald Berlinale. Und da braucht Frau was zum Anziehen. Schon bei der Feministischen Modenschau von Karl Lagerfeld ist das außerordentliche Model-Talent von Daphne Elfenbein Reportern von Vogue und Gala aufgefallen. Ein Model ist heutzutage kein feminines Dummchen mehr, dass grade mal zum Poppen taugt. Ein Model hat Betriebswirtschaft studiert, schaut klug und selbstsicher durch Brillengläser in die Kamera mit ihrer gerichteten Aristokratennase und lässt sich von keinem was erzählen. Der Mund kommt von Botox, die Frisur von L’Oreal und die Wimpern von – äh – Chanel. Und der rote Teppich kommt auch gleich angerollt. Aber heut wird nicht flaniert auf der Mall of fame, sondern demonstriert gegen die Mall of Shame. Jawohl. Für mehr Rechte und weniger Gewalt. Für mehr Geld und weniger Arbeit. Für große Lohntüten, die pünktlich ausgezahlt werden. Oder haben die die Rumänen etwa mit leeren Händen wieder heim geschickt, als die Mall fertig gebaut war? Oh je. 

Eine Million Friedenstauben für die Frauen dieser Welt, die zu viel gehauen werden, zu wenig verdienen. Eine Million Friedenstauben, damit die Rumänischen Bauarbeiter in beheizten Bauwagen schlafen dürfen. Frauen in der Politik kriegen allesamt eine Quote und kommen jetzt aus Hollywood in den Bundestag. Das macht Feminismus richtig sexy und auch für Männer angstfrei und potenzfreundlich.

Was ganz Anderes. Damit Daphne Elfenbein sich beim Berlinale-Presseball ihr neues Versace Kleid nicht ruiniert, hat sie sich einen Apfelschneider bei Rossmann-Ideenwelt gekauft. Eine halbe Stunde hat sie vor der strahlenden Auslage von Kurzzeit-Artikeln gestanden, der Lockenstab, die Toastbrotbox, die Knäckebrotbox, die Einweg Click-Box, das Trainings-Armband, die Kaffeepad-Dose, Puh…

Liebe Zuhörerinnen, wusstet ihr, dass Daphne Elfenbein eine Vorliebe für reife Birnen hat? Der 5. Gang beim Presseball-Dinner ist Daphne Elfenbeins glamouröser Höhepunkt. Da bringt ihr das griechische Personal traditionsgemäß eine riesengroße Williams-Birne, goldgelb, nebst einem Schälchen Frischkäse, drei Feigen und einem Messerchen und stellt es mit weißen Handschuhen auf die Tafel. Und da Daphne Elfenbein mit solch gewalttätigen Werkzeugen nicht umgehen kann und aus dem Alter raus ist, wo man sich ein Lätzchen umbindet, um nicht zu kleckern, hat sie sich für die Rossmann-Apfelschneider-Lösung entschieden. Diesen weiß-grünen Küchenhelfer ohne Migrationshintergrund wird sie um Mitternacht diskret aus dem Gucci Täschchen ziehen und damit ihre Fließbirne rituell in 6 gleich große Schnitze zerteilen, sodass der Saft üppig über den Tellerrand schwappt. Und während um sie herum die Größen aus Presse, Film und Fernsehen Name dropping betreiben, betreibt Frau Elfenbein Birnen-dripping. Na ja, sie sabbert noch ein bisschen bei der Obst-Attacke und ihre feministischen Fingernägel kriegen Säure-Flecken. Aber was soll‘ s – auch der liebe Gott hat nur geübt. Dem griechischen Kellner, der ihr eine zweite Serviette bringt, lässt sie später diskret 20 Cent in die Servierschürze gleiten.

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