Arabella Block: Ekstasen. Triptychon

Ekstasen. Tryptichon

1.

Er kommt nach Hause,
zieht das Jackett aus,
holt sich ein Bier aus dem Kühlschrank
und Chips
und lässt sich schwer in den Drehstuhl fallen.
Ein tiefer, langer Schluck,
während der Computer hochfährt.
Unglaublich, murmelt er.
während er das Angebot an Filmen überfliegt
auf der Suche nach dem richtigen.
Unglaublich. Weil ihm einfällt,
was sein Vater ihm neulich erzählte.
Dass er in einem Rohbau gezeugt worden war,
auf einem Stück Pappe und einem Schal,
Frucht einer spontanen Erregung
auf dem Heimweg vom Kino.
Kichern beim Klettern über den Bauzaun.
Er schüttelt den Kopf, nippt am Bier,
dimmt das Licht,
entscheidet sich für ein Video,
ein Gangbang auf einer Yacht
und drückt Start.
Unglaublich wiederholt er in Gedanken.
Ein Rohbau, und das im November.
Holt seinen Schwanz raus und legt los.

2.

Nervös skrollt sie durch die Seiten.
Ob das mit dem Einlauf echt sein muss?
Konzentriert studiert sie die Körper,
steht auf, geht zum Spiegel am Schrank,
drückt das Kreuz durch, wie sie es gesehen hat.
Ja, das sieht schon sehr geil aus.
Irgendwo hat sie gelesen,
als Frau beim Analsex zu kommen
ohne dass der Mann stimuliert
sei das ultimative Zeichen
ihrer sexuellen Freiheit.
Frei ist sie jedenfalls, anders als ihre Mutter,
deren Schritte sie draußen im Flur hört.
Mama hat ja ihr Leben lang
allenfalls Missionarsstellung gekannt,
wetten dass? Und vermutlich im Dunkeln.
War vermutlich auch besser,
die war ja nicht mal rasiert.
Ein letzter Blick auf die Filme.
Nein, sie zog das jetzt durch.
Probeweise imitiert sie das Stöhnen.
Es klopft. „Ist alles gut, mein Schätzchen?“
„Ja, Mama“ ruft sie und fährt
rasch den PC herunter.

3.

Er beeilt sich nach Hause zu kommen,
wirft den Schulranzen in die Ecke
und zerrt sich die Hose auf.
Er kommt fast sofort, noch im Stehen.
Für das zweite Mal nimmt er sich Zeit,
zieht die Jeans aus, legt sich aufs Bett
und denkt an die Bilder,
die Jonas ihm neulich gezeigt hat.
Der hat einen großen Bruder
der sich im Internet auskennt.
Der hat sogar Filme mit Hunden.
Allerdings tun ihm da die Tiere irgendwie leid.
Lieber mag er die Frau,
die ihre Brüste so knetet,
dass man meint, sie gehen kaputt.
Langsam beginnt er zu reiben.
Lange hat er geglaubt,
in ihrem Mund, das wäre eine Bratwurst.
Seltsam nur, dass sie beim Essen
so dermaßen sabbert und stöhnt.
Inzwischen kennt er sich aus.
Nur macht er sich Sorgen,
falls es mal in echt passiert,
Ob er es dann auch schaffen wird
so doll zu schwitzen.

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