Milchiges Schweigen,
schwache Konturen
Baumstümpfe,
Geister
Das Tal
vom Schleier verschluckt
Im Auge
die unsichtbare Welt.
Das Magazin für Eigenart
Milchiges Schweigen,
schwache Konturen
Baumstümpfe,
Geister
Das Tal
vom Schleier verschluckt
Im Auge
die unsichtbare Welt.
Suppe
mit Buchstaben
Ein Zeichen
fehlt für mich
Ich suche,
stochere
In der Brühe
schwappt keine Antwort.
Versalzen
ungenießbar
Zahlen
im Minusbereich
Kosten
explodieren
In meiner Tasche
schwindet das Geld
Meine Hose
ist zerschlissen.
Wald sein
Atmen
und wachsen
Wald sein
Sich aufbäumen
und frei sein
Wald sein
Und sonst nichts.
Für jeden Stein
ein Baum
Bald wächst
ein Wald
Für jede Lunge
atmet der Wald.
Zerstörte Landschaft
übersät von Kahlschlägen
und Kraternarben
Hier war
einmal der Wald
Baumstümpfe und Reste,
totes Gestrüpp
Traurigkeit,
die in mir wächst
Hier war
einmal ein Wald
Die letzten Bäume
In den Wipfeln
blättert der Tod.
Im Wald
unter Bäumen,
komme ich
mir selbst entgegen
Mein Rücken
ist grün bemoost
Überwuchert
von Farngewächsen
In den Wipfeln
rascheln die Blätter
Ich dufte nach Harz
und Nadeln
Wilde Himbeeren
wachsen in mir
Ein Specht
klopft an meinen Bauch
Ich atme Wald.
Unfall
verunfallt
Der Fall
Die Akte
Ungelöst
Zu den Akten
gelegt.
Der kleine Finger
Ganz blau,
verbogen
Nach dem Sturz
auf dem kalten Asphalt
Für Sekunden
nicht mehr da
Ein Riss
in mir
Dann benommen
und taumelnd
Das Gesicht
schmerzverzerrt
Der kleine Finger
ganz blau.
(So sprechen wir)
Oma,
die sprach es
Und die Mutter
verstand es
Doch ich kenne
nur noch wenige Wörter
Dialekt,
der verschwindet.
Su schwädzemer
auf Hochdeutsch.