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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

zu den Themen

#0019 – Das Grauen in Farbe (live)
Grauenhaftes, graues, gräuliches und das ganze auch noch live auf dem Radio Z Sommerfest.
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#0018 – Lyrics und Lyrik
Was ist eigentlich ein Lied? Oder Oden? Sind Lyriker imer Lyricers? Wir schauen hinein in Lieder und Liedtexte.
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#0017 – Noir
Alles schwarzweiß, alles düster, alles verregnet. Und dann liegt der faulige Geruch des Verbrechens auch noch in der Luft; Wahrlich
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Neue Textbeiträge

Beiträge Lyrik

Pauline Füg: Zauberspruch für Verwundete

I Wir fahren nach Norden. Wir fahren von da fort, wo die Seehunde am Strand liegen. Ich sehe dich an, du bist ein bisschen weit entfernt, wir fahren, ich will nicht mehr anhalten, wir fahren davon und dahin. In deinen Augen ist etwas zu viel Beton, deine Schultern sind etwas zu schmal, ich sehe dich immer etwas zu lange an. Deswegen sag ich einen Zauberspruch für Verwundete, das ist ein Zauberspruch für Verwundete, das ist eine Wunde für Verzauberte, denn Weltfallsucht hat mir die Knie aufgeschlagen. Und Fenster ist auch nur ein Blick in die Welt Und Welt hat sich...
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Beiträge Lyrik

Jesus Maria von Friedel: An die Autobahnraststättenmülltonne

Da stehst Du, unerklärlich Rund, ungekannte Tiefe, was glitzert da im tiefen Schlund? Ah! Präservative! Äonenlang magst Du hier steh'n, seit wann, kann niemand wissen, hast trutzig Deinen Dienst verseh'n - und der ist echt beschissen. So schluckst Du Jahr um Jahr galant, was andere entbehren, ganz stoisch, wie ein Erdtrabant, und ohne Dich zu wehren. Woher kommt dieser Gleichmut nur, ganz ohne Seelenlast, trotz Tampons, Windeln, Kot-Lasur, nur ruhige Tonnen-Rast? Wie ein Idol stierst Du mich an, höhnisch grient Dein Schlund: "Ich bin Tonne, Du nur Mann, und das nicht ohne Grund: Wer hier zu mir gekommen ist, wird...
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Beiträge Drama

Michael Schmidt: Magie

- Überall sieht man sie heut wieder, diese Zauberer. In der Zeitung lest man sie, im Fernseher tun sie Wunder. Sogar in den Kirchen wird gezaubert, wird gesagt, dass man sich Warzen wegbeten oder doch zurückschrumpeln kann. Dämonen werden ausgetrieben, Pferde kuriert, Kamine gesegnet, aufdass sie nicht abbrennen oder so gefährlich für die Umwelt sein mögen. Ja, beim amerikanischen Präsidenten sitzen die Wunderkönner und segnen und besprechen und schauen die Zukunft. Dabei steht es schon bei den Propheten in der Schrift: 'Und will die Zauberer bei dir ausrotten, dass keine Zeichendeuter bei dir bleiben sollen.' Und trotzdem tun sie's alle....
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Beiträge Lyrik

Margit Heumann: jahreszeitenmagie

abralenzabra zitronenfalter auf schlittschuhen sausen in spiralen um die letzten eiszapfen. sonne tropft von den dachrinnen. der föhn jagt stadtansichten über den himmel. aus den landschaftsausblicken quillt frische erde. der gärtner vertikutiert das gehirn und macht den blick mehltaufrei. die oma hat neue gartenstühle gestrickt. auf der vogeltränke steht ein alter schlager kopf. socken und sandalen übernehmen das kommando, die strumpfhose geht ins exil. zwei liegen paaren sich auf der terrasse, wohl wissend, dass der vorhanghinter der gardine spechtet. mitten hinein in diese idylle schneien yetis und derwinter feiert fröhliche urständ. ohne ansehen der person frieren die eismänner sämtliche lenzattribute...
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Beiträge Prosa

Theobald O.J. Fuchs: Magie

Wir fahren alle Schritt, Kinder winken freundlichen Fahrern zu, freundliche Fahrer lächeln, die Sonne scheint, alle haben Lust auf ein Eis.Zauberhafte Raststättenwelt. Vier Euro für einen Espresso sind nicht zu viel verlangt, in der Kapelle kann man so herrlich zur Ruhe kommen. Gymnastik ist wichtig, keine Minute davon ist vergeudete Zeit.Die schöne Plastikrutsche, voll bunt, toll für die Kinder. Schade dass sie nicht ins Auto passt.Niemand ist zu laut, niemand zu schnell, wir stehen gerne an, hier ist auch kein Bargeld notwendig. Hier macht das Leben eine Pause, legt sogar die Hektik die Füße hoch. Wir alle machen jetzt eine...
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Beiträge Prosa

Daphne Elfenbein: Das Dachzimmer

Chimäre der Chimären Alles ist Chimäre (Salvador Dali) Vielleicht ist heute wirklich der vierte September, wie sie im Radio behaupten. Es ist Sonntag. Ein weiterer Tag wäre überflüssig. Im Rundfunk: Meinung und Bericht. Ich sitze im Dachzimmer, verschränke die Hände am Hinterkopf, überdenke alles. Von der Wohnküche im Erdgeschoss tönt Murmeln herauf, der sonntägliche Frühstückstisch, Kinderstimmen, Porzellan, Mundwerke wie Wasserläufe, selbst noch im Schlaf...  Unten auf der Straße ein Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit, sodass die Fensterscheiben scheppern. Ich blättere im großen Buch, das seit Generationen unverrückbar auf demselben Tisch liegt, in demselben Dachzimmer, das meine Oma schon als junges Mädchen...
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Beiträge Prosa

Theobald O.J. Fuchs: Ekstase

Wir standen unter dem großen Thermometer, das einer Siegessäule gleichend wie in jeder anderen Stadt auf der Erde mitten auf dem Marktplatz errichtet war.Ein Raunen ging durch die Menge, als der Bürgermeister endlich anfing, rückwärts zuzählen. Die Menschen hatten stundenlang, tagelang geduldig in der schattenlosen Hitze ausgeharrt, splitternackt, schweißüberströmt, Tücher und Schirme über die Köpfe haltend.»Zehn, neun, acht«, klirrte die Stimme aus dem blechernen Trichter.Die Spannung wurde unerträglich, der Menschengestank gerann zu Flocken wie Milch wenn du Zitronensaft hinein tropfst. Sogar die Mücken, die wie eine graue Wolke über dem Platz schwebten, schienen den Atem anzuhalten.»Drei, zwei, eins…«Dann war es...
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Beiträge Prosa

Andreas Lugauer: Schme(c)kstase

Schme(c)kstase – erstaunlich, dass uns die Lebensmittelreklame noch nicht mit diesem Begriff traktiert hat. Wie man es auch in die Internetsuchmaschine eingibt – ob mit k oder mit ck  –, es werden keinerlei Treffer angezeigt. Dabei wäre es ein so schönes Kofferwort, beziehungsweise, wie sich die Werbedeppen frech bei der Linguistik abgeschaut haben: ein so schönes Portmanteau aus »schmeck« und »Ekstase«. Wie zielgruppenpassgenau könnte man der Multiplexkinogesellschaft entgegenjodeln: »Schme(c)kstase – schlemm’ Dich in Verzückung!«, oder schamlos nicht nur vorne, sondern auch hinten den religiösen Ausnahmezustand zitierend schalmeien: »Schme(c)kstase – die Geschmacksoffenbarung!«, oder die Leute auf die übliche Tour granatendumm bombardieren...
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Beiträge Hörspiele

Michael Schmidt: Ekstase

"Es gibt Leute, die wissen gar nicht, was das ist, eine Ekstase. Eine Ekstase, oder wie sich das nennt, ist denen alkes andere als geläufig. Den Herrn Wuiser zum Beispiel, den kennen Sie ja, oder? Den einen Professor oben in der Zwölfquadratmeterwohnung direkt unterm Dach. Also, ekstatisch ist der nie gewesen. Auch nicht bei seinen Kriminalfällen. Dabei sind seine Kriminalfälle allweil derart spannend gewesen, dass es den normalen Menschen wundert, dass der Professor Wuiser dabei nie ekstatisch geworden ist. Kein einziges Mal. Sogar da nicht, wie er damals mit seiner Mauser den Hund von Baskerville erschossen hat." "Ach, erzählen S'...
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Beiträge Prosa

Herrmann Asien: Kalle ist nur einmal im Jahr

Holger steht vor dem Terminal C des Flughafen Tegel. In seiner rechten Hand der verlängerte Arm seines Rollkoffers. In der anderen die Hand seines Freundes Kalle, der einen großen Reiserucksack schultert. Kalle blinzelt wild mit den Augen. Speichel tropft aus seinem Mundwinkel auf die wetterfeste Gore-Tex-Jacke. Sie spannt sich wie ein Zelt über seinem enormen Kugelbauch. “Wie wir das besprochen haben: Du gehst, wenn ich gehe, du stehst, wenn ich stehe, du lässt meine Hand nicht los.” Kalle muss cool bleiben. Er ist eigentlich recht klar im Kopf, nur die Menschen machen ihn wirr. Zu viele sind es hier. Sie...
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Beiträge Prosa

Carolin Wabra: Ekstase

Die Leere erfüllt meinen Körper. Nimmt Besitz, alle Serotonine verbraucht, hinausgeschossen ins ewige Licht, in Dunkelheit, ins Strobolicht. Wochenenden in Hellgrau glitzernd, bunte Murmeln umherrollend im Schatten, in dir, in mir. Heute alles leer, gestern alle voll. Abstürze tief. Haltestelle verpasst, der Zug fährt weiter, vielleicht immer weiter, egal wohin, einfach weg, raus fort. Warum wohin. Rien ne va plus and so on.
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Beiträge Prosa

Brigitte Hallbauer: Pfeifen und gucken

...Pfeifen und gucken. Pfeifen und gucken. Pfeifen und gucken. Pfeifen und gucken. Schreibt man gucken groß? Egal. Pfeifen und gucken. Pfeifen und gucken. Und immer tiefer: Pfeifen und gucken, ganz entspannt, beim Pfeifen und Gucken, ganz ruhig. Gucken mit G nicht K. G ist entspannt.  Briefkasten gucken und pfeifen oh je, ganz ruhig der Briefkasten, ebenfalls ganz entspannt im Hier und Jetzt der Briefkasten wird leer, ganz leer, nix ist drin außer Pfeifen und gucken mit G wie Gummi, noch ein bisschen tiefer, jaaa, Pfeifen und Gucken, Pfeifen die Elster und Gucken wie Hans in den Briefkasten gucken die Elster. ...
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Beiträge Prosa

Esther Gleuwitz: Rauch, Staub und Niesel

Zunächst fand ich es gar nicht so toll. Wenn auch erfreulich und besser als nichts. Es war nicht sonderlich groß. Freundlich und leicht ölig, eine Spur reserviert vielleicht. Nach einiger wacher Betrachtung meinerseits jedoch entwickelte sich schleichend eine vom oberen Bauch aufsteigende flatternde Leichtigkeit, die in eine kleine Welle floss, mit einem Mal von innen gegen den Brustkorb klatschte und sprudelnd Richtung Stirn schwappte. Wie angewurzelt blieb ich stehen, während mein schneller Atem ein Kribbeln durch den gesamten Körper pumpte. Die Fingerspitzen begannen zu pochen und unter der Bauchdecke drückte sich fiebrige Unruhe nach außen. Drängte immer stärker in alle...
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Beiträge Prosa

Matt S. Bakausky: Techno, Sauerstoff und Softpornos

Ja irgendwann ist man mitten drin in der Ekstase. Wie das eine Mal als ich im Stadtpark chillte, leicht hypomanisch drauf. Hypomanie ist die Vorstufe der Manie. Sehr verbreitet in den USA, da viele der ersten Einwanderer verrückt genug waren, um eine lange, risikovolle Reise auf sich zu nehmen. In der Hypomanie ist man sehr selbstbewusst, gut gelaunt, risikobereit, kann aber noch klarer denken als in einer voll ausgewachsenen Manie. Auf jeden Fall war ich da auf einer der blauen Liegen aus Metall am Stadtparksee gelegen und lauschte der Musik vom Parkcafe. Ich trug eine Sonnenbrille obwohl Nacht war. Irgendwann...
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Beiträge Prosa

Natalia Breininger: Echo

Ἠχώ (Echo) Noch bist du nicht fort, aus meinen Träumen, noch hallt die Stimme, erscheint das Gesicht, der Weg, wir unter den Bäumen der Alleen, auf verschiedenen Seiten des Flusses schlafend, ein paar Straßen voneinander entfernt, im Herbst, im Taxi, erst murmelnd, dann ein wenig still, zwischen Schachpartie und Schwarzem Meer, während der Wagen rollt, in der Nacht, schließlich wird es ein Patt, und du wirst dich durch meine Träume ziehen, sporadisch, nicht viel sagen, aber da wird etwas sein, eine Umarmung wie immer, ein Abschied, und ich, zwischen den Gleisen, Rolltreppen, Dunst und Waggons, die Biegung der Pferde, wie...
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Beiträge Musikstücke

Die Blühenden Landschaften: Espionage

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Beiträge Lyrik

Chris de Biel & die Lërchen – A bissl stirbt sichs jeden Tag

Doch, ich lieg hier angenehm,die Nachbarschaft macht mir nichts aus.Die Kissen sind aus Samt und Seideund oben klatscht der Regen zum Applaus. Sei nicht traurig, kleine Frau,du hast noch nie um mich geweintund jetzt bin ich wunschlos glücklichweil sich die Erde über mir vereint. Es war ja klar, dass es passiert,es war schon lange nicht mehr gut.Das Leben is a rechte Plag,a bissl stirbt sichs jeden Tag. Die Jahre ziehen so schnell vorbeiund schon bald kommst du zu mir.I ruck rüber in meim Graberl,unserm kalten, nassen, ewigen Quartier. Und wenn dann am Jüngsten Tagmich der Allerhöchste fragt,ob alles leiwand wär...
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Beiträge Lyrik

Andreya Casablanca: Once you laugh

Nichts überhaupt,diese Tage sitze ich im Kriechen aus.Meine Jeans ist eng und ich fallin ein Loch, das nicht rund istund ich frag mich, was der Grund ist.Ich fühl das, ich sitz am Flughafenund ich muss sagen, ich fühl das nicht.Ich schau auf Screensund ich fühl, ja, ich kill das nicht.Kann machen, was ich willaber ich geh auch nicht ausmach eigentlich so nix.Mir geht's schlecht und ich sing. nothing at alli spend my days in a crawlmy jeans are tight and i fallinto a hole it's not rounddon't know what this is about nowfeeling iti'm at the airport and i'm not...
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Beiträge Lyrik

Schubsen: Abendrot und Morgengrauen

In Fetzen hängt der Morgen zerrissen,im Palast ist die Empathie verstummt.Bis auf den Hausmeister,der weiter vor sich summt Und hinter verschlossenen Toren wird er leiserund hinter verschlossenen Toren wird er heiser.Es wächst der Lärm der Menschen und Maschinenund ehrgeizige Kinder träumen still vom Glück. Ein Aktivist kehrt stumm von der Arbeit zurück,Dünne Schatten zittern auf kaputten SchienenDünne Schatten zittern auf kaputten Linien. Es ist zu laut, es wird zu lautund es wird noch mehr geschehen.Am Morgen wird es nichtmal mehr in der Zeitung stehen. Der Neid rattert und wird mehr und mehr publik.in den Etagen pennen die hungrigen Ratten.Durch traurige...
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Beiträge Lyrik

Akne Kid Joe: Dagmar Wöhrl

heute in unserer filialegibt es eine tolle aktionnur heute in unserer filialegibt es eine charity aktion wir verkaufen euch unsern dreckund 1 prozent davon, 1 prozent davonspenden wir an einen guten zweck1 prozent davon, wow 1 prozent davonkommt vorbei der ganze scheiss muss wegdenn 1 prozent davon, 1 prozent davonschreiben wir auf einen riesenscheck wir ködern euch mit nem kalten tropfenund schenken uns champagner einwir ködern euch mit nem kalten tropfenund wärmen uns am heissen stein 1 prozent ist mehr als 0 prozenteinfach eine gute aktionheutzutage zählt doch jeder centdoch 5 prozent sind keine option wir verkaufen euch unsern dreckund...
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