Christian Knieps: Die eine Freiheit

Archiv der Europäischen Morgenpost – Ausgabe vom 17. Oktober 2034: Sechs Jahre nach der großen Registrierung: Wie das freie Internet verschwand

Es ist inzwischen schwer, sich daran zu erinnern, wie es einmal war. Schwer nicht, weil die Zeit so weit entfernt wäre – sechs Jahre sind historisch gesehen kaum mehr als ein Atemzug –, sondern weil die Veränderung so vollständig war, dass das alte Internet heute fast wie eine Legende wirkt, wie eine jener Geschichten aus den frühen Tagen der Elektrizität oder des Automobils, als alles neu, ungeordnet und zugleich voller Möglichkeiten war.
Bis zum Frühjahr 2028 galt das Internet in weiten Teilen der Welt noch immer als jener Raum, der sich seit den 1990er Jahren langsam entfaltet hatte: ein Geflecht aus offenen Netzen, privaten Plattformen, anonymen Foren, verschlüsselten Nachrichtenkanälen und dunkleren Ecken, die man gemeinhin unter dem Sammelbegriff „Darknet“ zusammenfasste. Staaten versuchten zwar immer wieder, Kontrolle auszuüben, doch die Struktur des Netzes selbst – dezentral, technisch komplex und global verteilt – ließ nur begrenzte Eingriffe zu.
Dann kam der Sommer 2028 und die einschneidenden Entscheidungen.
Die unmittelbaren Auslöser sind heute Gegenstand zahlloser Analysen und politischer Streitigkeiten. Mehrere koordinierte Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen in Europa, Nordamerika und Ostasien hatten innerhalb weniger Wochen Stromnetze, Krankenhäuser und Finanzsysteme zeitweise lahmgelegt. Gleichzeitig verbreiteten sich über soziale Netzwerke und verschlüsselte Plattformen automatisierte Desinformationskampagnen, deren Ursprung bis heute nicht eindeutig geklärt ist. In der öffentlichen Wahrnehmung verschmolzen diese Ereignisse zu einem einzigen Gefühl: dem Eindruck, dass sich ein globales Kommunikationssystem entwickelt hatte, das zwar Freiheit versprach, aber niemandem mehr wirklich gehörte.
Im Oktober desselben Jahres trafen sich Vertreter von 42 Staaten in Genf zur sogenannten Konferenz über digitale Souveränität. Das Ergebnis war das später so genannte Internationale Netzprotokollabkommen (INPA) – ein Vertrag, der die Grundstruktur des Internets zwar formal unangetastet ließ, aber seine Nutzung radikal neu definierte.
Der Kern des Abkommens war einfach formuliert, aber weitreichend:
Jede digitale Aktivität im Netz musste künftig einer registrierten Identität zugeordnet sein.
Anonyme Nutzung, wie sie zuvor über VPN-Dienste, Tor-Netzwerke oder andere Verschleierungstechniken möglich gewesen war, wurde schrittweise abgeschafft oder in staatlich kontrollierte Systeme überführt. Selbst Bereiche, die früher als Darknet galten, verschwanden nicht vollständig, wurden aber in sogenannte überwachte Tiefennetze überführt – abgeschlossene Netzwerksegmente, in denen jede Verbindung protokolliert und jede Identität verifiziert wurde.
Die Umsetzung erfolgte erstaunlich schnell.
Ab 2029 führten viele Länder eine digitale Bürgerkennung ein, eine Kombination aus biometrischer Registrierung, kryptographischem Schlüssel und staatlich verwalteter Identitätsnummer. Wer online gehen wollte – sei es zum Lesen von Nachrichten, zum Versenden von Nachrichten oder zum Zugriff auf Cloud-Dienste –, musste sich über diese Identität anmelden.
In Europa wurde das System über die bereits existierende eID-Infrastruktur aufgebaut. In den Vereinigten Staaten entstand ein föderales Netzwerk digitaler Identitätsanbieter. China und mehrere asiatische Staaten integrierten die Regelungen in bestehende nationale Plattformen.
Technisch blieb das Internet damit weiterhin ein Netz aus Kabeln, Servern und Protokollen. Doch seine soziale Architektur veränderte sich grundlegend.
„Früher konnte man sich im Netz bewegen wie in einer großen, unübersichtlichen Stadt“, sagt die Medienhistorikerin Dr. Amelie Krüger von der Universität Köln. „Es gab öffentliche Plätze, private Wohnungen, dunkle Hinterhöfe und auch Orte, die niemand so genau kontrollierte. Heute ist das Internet eher mit einem Flughafen vergleichbar: Jeder Schritt wird registriert, jede Bewegung ist nachvollziehbar.“
Befürworter der Reformen verweisen auf die messbaren Effekte. Laut dem europäischen Cybersecurity-Bericht von 2033 ist die Zahl großangelegter digitaler Angriffe auf staatliche Infrastruktur seit Einführung der Registrierungssysteme um mehr als 85 Prozent gesunken. Organisierte Cyberkriminalität sei erheblich schwieriger geworden, da jede Transaktion und jede Kommunikation einer überprüfbaren Identität zugeordnet werden könne.
Auch viele Unternehmen begrüßen die neue Ordnung. Große Plattformen mussten ihre Moderationssysteme nicht mehr allein auf algorithmische Filter stützen, sondern konnten Nutzer eindeutig identifizieren und bei Regelverstößen sperren.
Doch parallel dazu ist eine andere Entwicklung sichtbar geworden – eine, die weniger leicht in Statistiken zu fassen ist.
„Das Netz hat einen Teil seiner kulturellen Dynamik verloren“, meint der Soziologe Luis Andrade, der an der Universität Barcelona zur digitalen Öffentlichkeit forscht. „Anonymität war immer auch ein Schutzraum für Experimente, für politische Minderheiten oder für Menschen, die ihre Identität aus persönlichen Gründen nicht offenlegen wollten.“
Viele kleinere Diskussionsforen verschwanden nach 2029, weil Betreiber die neuen Identitätsanforderungen technisch oder finanziell nicht umsetzen konnten. Andere Plattformen entschieden sich bewusst, ihre Dienste einzustellen, statt sie vollständig in das Registrierungsregime zu integrieren.
Auch die früher lebendige Szene unabhängiger Entwickler und Netzaktivisten hat sich verändert. Einige wanderten in rechtliche Grauzonen aus, etwa in lokale Mesh-Netzwerke oder geschlossene Forschungssysteme, die außerhalb des öffentlichen Internets operieren. Andere akzeptierten die neuen Regeln und arbeiten nun innerhalb der staatlich regulierten Strukturen.
Interessanterweise hat sich selbst der Begriff Darknet gewandelt.
Vor 2028 bezeichnete er meist technisch schwer zugängliche Netzwerke, die bewusst anonym organisiert waren. Heute verwenden Behörden den Begriff für spezielle, streng überwachte Bereiche des Netzes, in denen etwa Ermittlungsbehörden oder Sicherheitsinstitutionen arbeiten. Ironischerweise ist das „dunkle Netz“ damit zu einem der transparentesten Teile der digitalen Infrastruktur geworden.
Für jüngere Nutzer, die erst nach 2028 regelmäßig online gingen, erscheint diese Ordnung oft selbstverständlich. Sie kennen das Internet nur als Raum, in dem man sich einloggt, identifiziert und bewegt – ähnlich wie bei Bankgeschäften oder Behördenportalen. Ältere Generationen erinnern sich jedoch noch an eine andere Zeit.
„Man konnte sich damals einfach einloggen und irgendwo teilnehmen“, sagt der 54-jährige Softwareentwickler Martin Schreiber. „Manchmal war das chaotisch, manchmal auch gefährlich. Aber es war auch ein Ort, an dem Ideen entstehen konnten, ohne dass gleich jemand wusste, wer man war.“
Ob diese Freiheit tatsächlich verloren ging oder nur eine romantisierte Erinnerung darstellt, wird wohl noch lange diskutiert werden. Sicher ist nur eines: Das Internet von heute ist nicht mehr jenes offene Experiment, das es einmal war. Es ist zu einer Infrastruktur geworden – stabiler, kontrollierter und berechenbarer.
So manche Beobachter sagen, das ist genau der Preis gewesen, den die Staaten der Welt bereit waren zu zahlen, als sie im Jahr 2028 beschlossen, dass die Freiheit des Netzes nicht länger wichtiger sein durfte als seine Kontrolle.

Matt S. Bakausky: WAREZ

Ich surfe im Internet mit 10.000 Gigabit pro Sekunde. Den neuen Tarantino in 4k im DIVX Format lade ich in 20 Millisekunden herunter. Anschauen werde ich ihn nicht, ist ja Schund. Aber sammeln macht Spaß. Ich habe 240 Tabs im Browser offen, zwischen denen ich hin und her wechsle. Ich bin Profi. GTA6 lade ich in 0,4 Sekunden herunter. Zocken werde ich es nicht, ist ja Schund. Ich habe 240 Terabyte HDD Speicher und 32 Terabyte SSD Speicher. Ich nenne den Rechner nur: Die Maschine. Die Maschine lädt und lädt, es wird gesammelt. Ich bin Sammler und nicht Jäger. Quake 5 lade ich in 0,2 Sekunden herunter und kopiere es rüber auf die HDD. Spielen werde ich es nicht, ist ja Schund. Überhaupt macht gar nichts mehr Spaß seitdem ich sammle. Ich habe auch keine Zeit mehr zum zocken und Filme schauen. Irgendjemand muss ja die 240 Browser Tabs bedienen. Aber außer der Sammelsucht geht nicht mehr viel in meiner Freizeit. Kein Spaß mehr am Gerät. Ich checke kurz den Tarantino und schau nach der Qualität, mehr Interesse habe ich daran nicht. Alles ist Schund. Müll. Nicht zu gebrauchen. Langweilig. Aber ich sammle weiter. Ich bin Profi.

Bakausky: Schlafeinkäufe im Netz


Kurz vor dem Schlafen gehen nehmen ich eine Tablette Zolpidem ein. Auf Amerikanisch heißt dieses Schlafmittel Ambien. Dann scrolle ich durch einschlägige Social Media Netzwerke. Dabei kann ich mich dann total für die sonst langweilige Werbung faszinieren. Realistische Gummi-Masken in Filmset-Qualität von Alien und alter, weißer Mann – rein damit in den Warenkorb. Nahrungsergänzungsmittel als Gummibärchen – bestellt. Kondome mit meinem Logo bedruckt – muss ich haben. Ob mein Gehirn sich zwischen wach- und Traumzustand befindet, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Zu den Nebenwirkungen der Tablette gehört “Beeinträchtigtes Denkvermögen: Verringert die Aufmerksamkeit, trübt das Urteilsvermögen und verlangsamt die Entscheidungsfindung bzw. die Verarbeitung komplexer Informationen.” Es gibt auch Nebenwirkungen wie Schlafwandeln und Schlafessen. Bei mir war es Schlafeinkaufen. Die Masken habe ich teilweise für den Film “Liebe Oma “ verwendet, obwohl ich später herausgefunden habe dass sie bei Alibaba 4,50€ das Stück kosten statt 35€. Es hat sich gelohnt. Die Gummibärchen haben mich hoffentlich gesünder gemacht, obwohl die Mehrheit langsam im Schrank hart wird. Die Logo-Kondome aus Frankreich habe ich teilweise verschenkt, mittlerweile sind sie nicht mehr haltbar. Und würde ich heutzutage noch Zolpidem nehmen, wäre dieser Baumkuchen für den ich ständig Werbung bekomme ein gutes Ziel. Oder gar diese winzige Klimaanlage, die in Sekundenschnelle den ganzen Raum kühlt?

Lydia Waldhoer: Ich weiß auch nicht was hier passiert

Variante A:

Variante B:

Alle Farben des Regenbogens rund um mein Auge. Rot, blau, violett, dann gelb, grünlich, ein bisschen orange und rosa. Ein wenig geschwollen auch, die Kruste dunkelbraun und wulstig. Die Pupille rot, ja ROT, wie ich sie noch nie gesehen habe. Wunderschön, sag ich dir; WUNDERSCHÖN, so hast du sie noch nie gesehen. Ich habe sie auch noch nie gesehen und wundere mich, dass das überhaupt möglich ist. Wer ist sie? Was macht sie? Woher kenne ich sie nochmal? Kenne ich sie überhaupt? Ich sehe sie und frage mich das alles, zusätzlich zu meinem Regenbogenauge.

Sie wandert da draußen herum, mit schwingendem Zopf und schwingenden Armen, schwimmend in der heißen Luft, als würde sie kräftig durch das 20 Meter Becken kraulen. Wunderschön, sag ich dir: WUNDERSCHÖN!

Mit ihrem stromlinienförmigen Körper, Robbengleich, im grauen Tube Top und in flachen Schuhen gleitet sie dahin, die Menschenmenge ob ihrer Bewegung auseinander stiebend, eine unsichtbare Bugwelle erzeugend, als wäre sie ein Eisbrecher im kalten kalten Ozean. Die Menge an Metaphern die deine Erscheinung erzeugt ist unbegrenzt, oh du wunderbares, wunderbares Wesen.

Mein Regenbogenauge juckt, ins getrübte Blickfeld mischt sich ein Eitergelber Fleck. War das mein Auge? Hat es das selbst erzeugt? Schnell wischt mein kleiner Finger darüber, tupft das Kleckschen weg und wischt es unbesehen ins rechte Hosenbein. Zu schnell, Finger, zu schnell, eigentlich wollte ich es noch betrachten. Ich wollte sehen, was mein Körper produziert hat, schließlich geschieht das nicht jeden Tag. Stattdessen betrachte ich nochmal meine kleine Fingerspitze, die trocken und sauber wie zuvor, meine Hand am rechten Ende abschließt.
Zurück zu meinem Robbenwesen, mit dem Schlangenzopf und den Schlacker-Armen. Diese schlingt sie gerade um einen herum, der an der Ecke gewartet hat. Schlingt sie um den Hals, von vorne nach hinten, drückt die Füße in den Schuhen ins Hohlkreuz hinauf und presst ihr unbekanntes Robbengesicht an seines.

Mein Regenbogenauge trübt sich noch einmal, die Flüssigkeit nun eine andere. Salziges Tränenwasser spült den Schleier weg und rinnt ungehindert meine Wange entlang. Ich stelle mir den Tropfen vor, wie er Diamantengleich mein Gesicht erhellt, ein Highlight auf der ungebräunten Haut. Wie er sich knapp am Mundwinkel vorbei schlängelt, (man möchte direkt danach schlecken, ihn mit der Zunge auffangen und das köstliche Salz zurück zum Ursprung führen), aber nein, ich unterdrücke den Impuls, lasse den köstlichen Tropfen weiterwandern, direkt ans Kinn, bis zur Spitze, wo er dann, geräuschlos, sich löst und auf den Asphalt tropft. TROPF, nein eigentlich, , zerplatzt er dort und hinterlässt nichts, wirklich nichts.

Der Asphalt so heiß, dass der Tropfen sozusagen „instant“ verdampft ist.
Blick hinüber an den Ort, an dem mein Robbenwesen eben noch ihren Unbekannten umhalst hat. Jetzt ist niemand mehr dort, die Menschenmenge schiebt sich weiter durch die Straßen, als wäre nie was geschehen und ich mache das jetzt wohl auch.

Felix Benjamin: Körperfresser aus der Dose

Uli starrt auf seinen Teller. Fünf Ravioli liegen darin, halb versunken in roter Pampe. Sie bewegen sich nicht. Wie Krokodile, die auf der Lauer liegen. Nur viel, viel kleiner. Dafür aber mit viel mehr Zähnen. An allen Seiten. Überall Zähne. „Iss, solange sie warm sind!“ ruft Mama aus der Küche. Uli nimmt den Löffel. Ganz vorsichtig. Eine Ravioli liegt besonders nah am Tellerrand. Wahrscheinlich die mutigste. Oder die hungrigste. Uli stupst sie kurz an und zieht den Löffel schnell zurück. Nichts. Noch einmal. Nichts. Das muss gar nichts bedeuten. Wenn ein Löwe schläft, stupst man ihn ja auch nicht zweimal an und sagt danach: Na gut, dann ist er ungefährlich. Vielleicht greifen die Ravioli gleich von allen Seiten an, wie Piranhas. Vielleicht haben sie schon jemanden gefressen. Vielleicht ist die rote Pampe das, was von ihm übrig geblieben ist. Blutmatsche. Er beobachtet die Ravioli. Die Ravioli beobachten ihn wahrscheinlich auch.
„Warum guckst du so?“ fragt seine große Schwester Nora, die plötzlich in der Tür steht. Uli zeigt auf den Teller. „Die Ravioli.“ „Was ist mit denen?“ Uli zögert. „Die beißen.“ Nora schaut auf den Teller. Dann auf Uli. Dann wieder auf den Teller. Und lacht. „Du hast Angst vor Ravioli?“ „Nein.“ „Doch.“ „Gar nicht.“ „Doch.“ Mama kommt rein. „Was ist denn jetzt schon wieder?“ „Der glaubt, die Ravioli beißen!“ lacht Nora. Mama schaut kurz verwirrt. „Ach Mensch, das hab ich doch bloß gesagt, damit du deine Finger aus dem Teller nimmst,“ sagt sie und geht wieder in die Küche. Nora setzt sich Uli gegenüber und grinst ihn an.
Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen und sticht in die größte Ravioli. Sie platzt auf. Füllung quillt heraus. Kein Angriff. Kein Zubeißen. Vorsichtig probiert Uli ein kleines Stück. Dann noch eins. Schmeckt doch gut. Er steckt eine weitere Ravioli in den Mund, kaut. Nichts passiert. Noch eine. Immer noch nichts. Schließlich ist der Teller fast leer. Uli lehnt sich zurück, erleichtert und ein bisschen stolz.
Er betrachtet die letzten Spuren der Blutmatsche, die sich mit dem Löffel nicht rauskratzen ließen. Ob er doch noch einen Finker eintunken soll? Was kann ihm jetzt schon noch passieren?
Auf einmal starrt seine Schwester ihn ganz ernst an. „Was ist denn?“ fragt Uli. „Mama hat nicht die ganze Wahrheit gesagt,“ flüstert Nora. „Was meinst du?“ „Die Ravioli beißen erst zu, wenn du sie im Bauch hast. Sie nisten sich in deinem Magen ein. Und dann fressen sie dich von innen auf.“

Margret Bernreuther: Amaretto mit Sahne

„Letz fetz sprach der Frosch und sprang in den Ventilator“
Der Aufkleber mit diesem markigen Spruch, klebte bei meinem Vater in der Küche an den Fliesen. Der aufgegeilte Frosch saß vor dem Ventilator und gierte erwartungsvoll nach seinem letzten Kick. Wir saßen in der Küche, die kaum genutzt wurde, denn wir wohnten hier schon länger nicht mehr. Und mein Vater ernährte sich ungesund und fraß mehr als häufig Magentabletten. Ohne die ging nichts. Ich betrachtete den Frosch und hörte, wie mein Vater die Tabletten aus der Verpackung drückte. Gleich eine handvoll hinein in die Goschen. Und dann mussten die zerbissen werden, nicht einfach so hinunterschlucken. Da wirken sie nicht. Informierte er mich, während sich kalkiger Schleim in seinen Mundwinkeln ansammelte. Mein Vater aß unregelmäßig und wenn dann immer zu viel, da musste vorgebeugt werden. Denn es ging jetzt gleich zum Italiener. Zu viert saßen wir in die Eckbank der Küche gedrückt und warteten auf unsere Abfahrt. Hier gab es keine Spielsachen. Nichts erinnerte mehr daran, dass wir mal hier gelebt hatten. Die Wohnung wäre auch so viel zu klein für uns gewesen. Zwei Zimmer, Küche, Bad. Das Bad war dunkelgrün gefliest. Aber es gab zwei Toiletten, auf die eine durfte nur unser Vater. Das war seine. Der 911 Porsche, den er fuhr, hatte die gleiche Farbe, wie die Fließen im Badezimmer. Früher badeten wir 4 Kinder zu viert dort in der Wanne. Wir waren also Enge gewohnt, aber diese Enge, die uns gleich bevor stand, war schon nochmal etwas anderes. Wir fuhren mit dem Porsche zu Italiener. Der Italiener war 8 Kilometer von unserem Dorf entfernt. Man konnte aber auch abkürzen uns ein ganzes Stück auf einem Feldweg fahren. Dann ging es schneller. Es bestand die Hoffnung, dass wir nicht die Abkürzung nehmen, denn hinten eingequetscht über die buckelige Straße, da wussten wir alle, dass das sicher nicht lustig werden würde. Unsere große Schwester durfte vorne sitzen. Wir anderen drei zwängten uns hinter den vorgeklappten Beifahrer Sitz und einer hatte im wahrsten Sinne des Wortes die Arschkarte gezogen, denn eine weite Besonderheit des 911er Porsche war und ist, dass er ja nicht wirklich für Mitfahrerinnen über 1. Person gemacht ist. So besteht der sehr beengte Rückraum aus keiner durchgehenden Sitzfläche, sondern aus zwei einzelnen Mikrositzen, zusätzlich noch durch eine Erhöhung in der Mitte abgetrennt. Diese Erhöhung war aus mit Leder überzogenen Hartplastik und schon vor dem Einsteigen entbrannte unter uns, ein heftiger Streit, wer denn nun in der Mitte sitzen müsse. Ohne Anschnallgurt, logisch Wir drängelten wie wild und schubsten und zerrten aneinander. Mein Bruder schaffte es als Erstes sich an den Platz hinter dem Fahrer zu schieben. Jetzt drehte sich das Spiel um. Diejenige, die jetzt als Zweites in der Reihe war, befand sich automatisch in der unbeliebten Mitte und deswegen erfolgte das zerren und ziehen in die andere Richtung. Ich verlor, meine Schwester duckte sich geschickt unter mir weg und schob mich dann mit voller Wucht in das Fahrzeug. Ich versuchte mich noch in den Sitz zu stemmen, aber da sprach unser Vater ein Machtwort, wir sollten jetzt gefälligst einsteigen und mit dem Theater aufhören. Wie ein Huhn auf der Stange saß ich inzwischen also in der Mitte und obwohl ich nicht besonders groß war, schuberte mein Kopf an der Deckenverkleidung des Wagesn und lud sich unangenehm elektrisch auf. Die Fahrt ging los. Die Fliehkraft in den Kurven schleuderte mich unsanft immer wieder auf de Schösse meiner Geschwister, was diese auch nicht unkommentiert ließen und mich jedes Mal wieder zurückboxten. 10 Minuten können so sehr lange werden. Nachdem sich aber nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten wurde, ging es vermutlich etwas schneller. Wir quetschten wir uns aus dem Fahrzeug und es dauerte eine Weile bis ich wieder etwas in meinen Beinen spürte. Dafür konnten wir uns jetzt beim Italiener bestellen was wir wollten. Pizza, Pasta oder in der richtigen Jahreszeit – Koze! Miesmuscheln fand ich einfach den absoluten Wahnsinn. Vermutlich weil es dann nicht so auffiel dass ich eigentlich kaum was gegessen habe. Die Muscheln kamen in einer dampfenden Schüssel mit leckerer Tomatensoße. Meine Geschwister rümpften die Nase, aber von der Köchin – Mama Persico – wurde ich bewundert. Dass ich mir, für ein Kind so ungewöhnliches Essen bestellte. Da gab es dann natürlich auch kein zurück mehr. Den Menschen, der es schafft einer Italienischen Mama die halb leer gegessene Mahlzeit zurück gehen zu lassen, der muss erst noch geboren werden. Wir saßen am hinteren Tisch des Lokals. Die Kinder saßen extra. Die Erwachsenen hatten was zu besprechen. Der schöne Wirt, in den wir alle ziemlich verliebt waren, machte Geschäfte mit unserem Vater. Schnell hat er es raus aus dem Kaff geschafft, zuerst Nürnberg und dann Mallorca. Einen Promiladen mit bekannten Gästen. Boris Becker soll gern gesehener Gast gewesen sein. Ich konnte also ungestört an meinen Muscheln mümmeln und dann gab es natürlich noch Nachtisch. Tiramisu mochten wir aber alle nicht. Der Kaffeelikör war nichts für unsere Geschmacksknospen. Dafür gab es Amaretto. Warm mit Sahne. Ich schätze mal wir waren zwischen acht und neun. Es gab auch die extra schönen Likörschalen und der Amaretto wurde dann kurz in der Mikrowelle erwärmt und dann mit einer großen Haube Sprühsahne garniert. Es war wie Weihnachten. Aber beim Amarettoschlabbern natürlich erstmal die Zunge verbrannt. Die Sahne hat das ganze ja ertsmal gut abgedeckt aber darunter war die alkoholhalte Zuckerflüssigkeit, kochend heiß. Ungeduldig aber weiter getrunken. Die richtige Trinkteperatur durfte nicht versäumt werden. Zu kalt schmeckte es nicht mehr.An guten Abenden, bekamen wir manchmal sogar zwei dieser köstlichen Mahlzeitabschliesser. Beim nach Hause Weg war ich für meine Verhältnisse so voll gefressen, mir war ganz egal wo ich sass. Der Amaretto tat vermutlich sein restliches, dass ich entspannt und ohne zu streiten den Platz in der Mitte auf der Rückbank einnahm. Nach der Ortsausfahrt stieg mein Vater aufs Gas. Maximale Beschleunigung. Und dann ab in die Kurve. Die Mischung auf Zucker und Säure machte in meinem Magen, bei der langen Linkskurve kurz vor der kommenden Ortschaft auf einmal eine Veränderung durch und bei abbremsen am Ortsschild, landete alles was sich in meinem Magen befand, im vorderen Teil des Wagens. Danach sind wir nicht mehr zusammen dort hingefahren. Mein Vater hat kurz darauf den Porsche verkauft um sich einen BMW mit Flügletüren zu kaufen. Da hatten dann wirklich nur noch 2 Personen Platz.

Theobald Fuchs: Ursuppenverkostung

Als der Forschungsantrag bewilligt worden war, suchte die Institutsleitung nach einer geeigneten Person, die das Projekt durchführen sollte. Die Wahl fiel auf mich. Ich dachte ja, dass man mich ausgesucht hatte, weil ich so schlau sei, weil ich den Ruf eines erfahrenen und geschickten Wissenschaftlers hätte oder einfach wegen meiner wirklich sehr schönen Wimpern. Aber nein. Ich bekam den Auftrag, weil ich als einziger am Lehrstuhl Gummistiefel besitze.
Ende Juli fuhr ich also los und machte mich auf die Suche nach der Ursuppe. Nach jener schleimigen, stinkenden, brodelwarmen und mit organischen Molekülen gesättigten Brühe, aus der einer Hypothese nach alles organische Leben entstanden ist. Danach sollte ich suchen – und zwar auf dem Wacken-Festival.
Der Regionalzug, den ich genommen hatte, um Geld zu sparen, kreuzte zickzack durch Norddeutschland. Der Lokführer hatte versehentlich die Landkarte verkehrt herum gehalten, so dass wir eine höllische Verspätung hatten. Die Sonne brannte vom Himmel, die Klimaanlage gehörte zur Gen Z und machte gerade ein Sabbatical. Doch zum Glück konnte man in den alten Waggons noch die Fenster öffnen. Ich saß also in einer milden Brise und hatte die Füße auf den Sitz gegenüber gelegt. Außer mir saß nur noch eine alte Dame im Großraumwagen und zwar direkt nebenan.
»Sie sollten die Füße nicht auf den Sitz legen!«, ermahnte sie mich. Nun ja, das wusste ich natürlich, aber irgendwie war in der Hitze mein Verstand angeschmolzen und ich spürte in mir einen rebellischen Instinkt erwachen, der mich quasi gegen meinen eigenen Willen dazu zwang, auf nichts und niemanden zu hören und mich an keine Regeln zu halten. Die beste Attitüde für ein krachspießiges Heavy-Metal-Festival übrigens.
»Kümmern Sie sich bitte um Ihre eigenen Angelegenheiten«, giftete ich zurück.
»Na, sie werden schon sehen…«, orakelte die Dame.
Und als hätte sie’s bestellt, schoss eine Möve zum Fenster herein, packte meine weißen Leinen-Slipper mit dem Schnabel und war schon wieder draußen.
»Sehen Sie? Die Biester haben gelernt, erbeutete Luxus-Accessoirs gegen Pommes- und Eis-Tüten zu verticken, wussten Sie nicht, nicht wahr?«
Na fabelhaft, dachte ich, und ich habe kein zweites Paar Sommerschuhe eingepackt…
Wenig später stand ich also in kniehohen schwarzen Gummistiefeln am schattenlosen Bahnsteig und blinzelte im grellen Licht, um den Shuttle-Bus zu finden.
Das Festival-Gelände war trocken wie eine chilenische Salzwüste. Zelte, Bierstände, Wohnmobile, Metal-Typen und Camping-Möbel lagen herum wie ein Haufen europäischer Giftmüll, der hier illegal entsorgt wurde.
Anstelle bis zur Hüfte im Schlamm zu versinken, watschelte ich also in den zwei Nummern zu großen Wattpuschen über festgebackene Agrar-Ödnis. Und entwickelte dabei allmählich großen Hunger. Zufällig sah ich in der Nähe eine Imbissbude und stolperte gleich dorthin.
»Einmal drei, bitteォ, stammelte ich komplett auf Autopilot wie immer, wenn mein fränkischer Körper dringend eine Tankfüllung Bratwurstbrötchen brauchte.
»Hammwanich. Gibt immer nur eine.«
»Wie? Warum? Was hätten Sie stattdessen?«
»Auf der Tafel steht das alles geschrieben: Vogel, Hochzeit, Leber, Wurst, Brot, Bohne, Brenn…«
Ich sah auf, beschattete meine Augen mit beiden Händen und erkannte, was da vor mir auf dem trockenen Boden stand: Ein Soup-Truck.
Nun gut. Also ein Pott Einmal-Alles mit Jedem. Die Suppe schmeckte prima, aber sie war scharf und heiß. Mir brach der Schweiß aus allen Poren, und als die freundliche Frau fragte, ob’s noch ein Kaffee sein dürfe, tauchte ich fluchtartig hinter dem dichten Wall aus Bierdosen, der die wogende Menschenmenge umgab, unter.
Über das Gelände wanderten merkwürdig träge Staubwirbel wie bekiffte Wirbelstürme, zu allem Überfluss hatte ich, damit ich unter all den schwarz beklufteten Langhaarigen nicht allzu sehr auffiel, eine lange schwarze Lederkutte gewählt, um darunter meinen weißen Laborkittel zu verstecken. Aber zumindest mein Magenknurren übertönte jetzt nicht mehr die dröhnende Musik von einer Schwermetallbühnen.
Als ich weiter schlurfte, bemerkte ich ein seltsames Geräusch. Eine Art Schmatzen oder Saugen. Wie das Geräusch, wenn man einen Eiskaffee mit Sahne mit dem Strohhalm fast zu Ende geschlürft hat und nur die allerletzte Pfütze am Boden des Glases vergeblich Widerstand leistet.
Ich blieb stehen und sah mich um. Nichts. Als ich aufs Geratewohl in die Richtung losging, wo ich das Geräusch vermutet hatte, begann es von Neuem. Es schien von allen Seiten zugleich zu kommen und war immer genau dort am lautesten, wo ich gerade hinging.
Naja. Das war natürlich auch kein Wunder. Denn nach etlichen Stunden auf diesem verwüsteten Gelände, hatte sich tatsächlich eine Ursuppe gebildet, und zwar in meinen Gummistiefeln. Wie in einer antiken Parabel hatte ich mein Ziel erreicht, ohne zu wissen, wie nahe ich ihm die ganze Zeit gewesen war. Wissenschaftliche Magie pur!
Und wie ich mich so unter den Konzertbesuchern umsah: irgendwie hätte man da gleich darauf kommen können, dass alles höhere Leben vom Saft in einem Paar überhitzter Gummistiefel abstammt. Es gilt eben immer noch: die einfachsten Erklärungen sind immer die besten.

Simon Metz: Partysuppe

Das drittwichtigste Familienrezept das mir weitergegeben wurde ist mich eingeschlossen erst zwei Generationen alt. Das ist ein umständlicher Weg zu sagen, dass meine Mamer es entwickelt hat.
Und geheim ist eigentlich nichts daran, es ist eine Abwandlung der Schmelzkäse Partysuppe, die wahrscheinlich früher in allen Magazinen beworben wurde, die nicht gerade Rezepte für eine neue Art der Diät mit Bezug auf einen Urlaubsort publiziert haben.
Die erste Art der Abwandlung war, den Schmelzkäse durch Creme Fraiche zu ersetzen, was eine Änderung des Namens notwendig machte.
Bis zu meiner Version gab es noch einige Änderungen, was die Suppe wahrscheinlich zu einem köstlichen Schiff des Theseus macht.
Inzwischen haben Kokosmilch und das billigste Sojahack das gerade zu finden ist Creme Fraiche ersetzt während Erbsen und Möhren unverändert dabeigeblieben sind und die Suppe retten, wenn sie schon als versalzen abgestempelt wurde.
Besonders gut schmeckt die Suppe, wenn ich beim Kochen etwas von Maillard Reaktion erzählt und mir keine Gedanken darüber mache, dass MyLard ein guter Name für ein monatliches Abonnement für Schweineschmalz wäre.
Der Zubereitungsprozess stellt also ein wichtiges Ritual dar, aber von außen betrachtet spielt die Hauptrolle ja das Schnabulieren.
Die nächste Person, die die Worte „gefraßiges Schweigen” in den Mund nimmt anstelle eines Löffels voll köstlicher Suppe bekommt eine Medallie für den am seltensten gemachten Witz.
Das eigentlich interessante sind die Momente nachdem alle gesättigt sind.
Da kommt es zu verschiedenen Clashes: Nach dem Essen sollst du ruhen, oder Tausend Schritte tun sozusagen. Oder eben das sofortige Aufräumen, noch während manche speisen gegen die münsterländer Mentalität „Es kührt sich so nett bei ösiger Pött.“ Also die Präferenz, bei schmutzigen Töpfen gemeinsam am Tisch zu plauschen.
Was auch immer das Ergebnis ist, die Kombination der Makronährstoffe in salziger Brühe gibt immer das gewünschte Gefühl von Geborgenheit.

Matt S. Bakausky: Suppe

Zwiebel, Buchstabennudeln, Karottenstücke und Sellerie. Mit heißem Wasser kochen. Jeder muss seine eigene Suppe auslöffeln. Aus Spaß wurde Ernst. Ernst ist jetzt 20 Jahre alt. Und er sagt: Meine Suppe ess ich nicht, meine Suppe ess ich nicht, wenn schon spuck ich sie dir ins Gesicht. Kein anderer Vater musste soetwas ertragen. Ich sitze hier im Waschsalon und denke an Suppe und meinen Sohn Ernst. Noch 28 vorbeifahrende Autos dann ist die Wäsche fertig. Kein anderer Bakausky hat soetwas ertragen müssen. Zwiebel, Buchstabennudeln, Karottenstücke und Sellerie. Mit Wasser aufkochen. Was hat sie gesagt? Meine Ideen sind ja ganz gut, nur müsste die Geschichten jemand anderer schreiben. Jetzt reicht es! Ich nehme Ernst Kopf von hinten und stopfe ihn in die heiße Suppe. Er schreit auf, sein Gesicht ist ganz rot verbrannt. Ich frage ihn: Schmeckt dir die Suppe? Er sagt nur: kein anderer Sohn hat soetwas je ertragen müssen! Ich gehe aus dem Raum. Zurück in den Waschsalon. Noch zwölf Passanten müssen vorbei laufen dann ist die Wäsche fertig. Zum Glück habe ich keine Kinder. Ernst tut mir jetzt leid. Mit seinem Suppenkaspargesicht auf das ewige entstellt. Und wie immer ist nichts los im Waschsalon. Ich sitze im Massagesessel, der ist kaputt und beobachte die sich drehende Wäsche. Zwiebel, Karottenstücke, Buchstabennudeln und Sellerie. Schön heiß aufkochen sodass die Poren sich beim Essen auch öffnen. Mein Name ist Bakausky und ich lebe im Waschsalon. Das nächste mal schreibe ich über die Waschsuppe in der Maschine.

Matt S. Bauernhofsky: Luau

In einer alternativen Wirklichkeit lebe ich als Landwirt im Sternentautal. Ein Jahr arbeite ich auf das jährliche Luau im Sommer hin. Ich befreunde mich mit der Viehzüchterin Marnie und das nicht ohne Grund. Geschenk für Geschenk, Gespräch für Gespräch arbeite ich auf ein Ziel hin. Ich will Zugriff auf ihr Schlafgemach. Sobald ich dieses Vertrauen habe werde ich einen Gegenstand daraus entwenden. Die Lieblingsshorts von Bürgermeister Lewis. Denn beim nächsten Luau werde ich ihn vor dem Governor bloß stellen. Jeder feine Bürger des Sternentautals darf eine Zutat in die Suppe beim Luau geben. Und ich werde keinen feinen Wein oder etwas eingemachtes beifügen. Nein, von mir kommt die Lieblingsshort des Bürgermeisters. Und dann wird der extra angereiste Governor die Suppe probieren und Bürgermeister Lewis wird daneben stehen und die Shorts wieder erkennen. Nur er weiß woher sie kommen, wo er sie zuletzt hatte. Marnie und Lewis hatten eine Affäre. Und jetzt bleibt Lewis die Suppe im Hals stecken. Er wird ein rotes Gesicht bekommen und sich zu Grunde schämen. Und der Governor wird die Suppe bewerten müssen. Das alles und noch viel mehr würde ich machen, wenn ich in einer alternativen Wirklichkeit als Landwirt im Sternentautal leben würde.