Arabella Block: Liebe lügen

Es geht mir gut. Alles klar, kein Problem. Nein, nein, das
macht mir nichts aus.

Geh du ruhig alleine. Ich hab eh zu tun. Du weisst,
ich bin gern mal zuhaus.

Versteh mich nicht falsch. Da steh ich doch drüber. Ich schätze, 
das musste mal raus.

Uns geht es doch Gold. Verglichen mit andern leben wir 
in Gefühls-Saus und Braus.

Okay vielleicht, ist es eher ein Säuseln. Doch keine 
Leberlauflaus.

Huch, wie das kitzelt. Ich kann nicht mehr, Gnade. Ach ich 
kleine, kreischende Maus.

Ja, ich dich auch. Das war ganz toll, mein Lieber.
Tosender Applaus.

Erst seit es dich gibt. Wie niemals zuvor. Ich bin eine 
sehr glückliche Fraus.


Marius Geitz: Kreuzfahrtschiff

Ich wär jetzt gerne
Auf nem Kreuzfahrtschiff
Um empfangen zu werden 
Von jemand
Der mich scheiße findet
Scheiße findet was ich mach‘

Ich wär jetzt so gerne 
auf nem Kreuzfahrtschiff
Um empfangen zu werden 
Von jemand 
Der mir erklärt
Dass alles was ich tu‘ 
zu seinem Ruin beiträgt

Ich wär jetzt so gerne
Auf nem Kreuzfahrtschiff
Um endlich zu lernen 
was es heißt 
den Rest zu zerstören
Von dem was noch übrig bleibt

Marius Geitz: Termin bei der Bank

Ich hatte heute Mittag 
Nen Termin bei meiner Bank
Da wollten sie meine Pläne hören 
Für meine Zukunft und auch sonst
Als ich sagte, dass ich keine Ahnung hab 
Und auf nen Plan haben kein Bock
Sahen sie gefundenes fressen 
Und überhäuften mich mit ihrem Schrott 

Ab ungefähr dem dritten Satz 
verstand ich garnichts mehr
Und wurde immer sau‘rer
Und wünschte mich weit weg
Ab ungefähr dem vierten Satz
Hörte ich nicht mehr hin
Und wurde stinkewütend
Und fing an zu transpirieren 

Ab ungefähr dem fünften Satz 
Stand ich auf Und ging 
Und lief zur nächsten tanke
Und trank ganz schnell ein Bier 
Ab ungefähr dem sechsten Bier
War alles war alles wieder gut
Und vergessen war die Zukunft
Und auch meine Wut

Fitzgerald Kusz: lüngbeidl

di uhrn gängä rüggwädds
ä minuddn houd sechzg schdundn
di sunnä gäihd im wesdn auf
und im osdn gäihds widdä undä
am dooch scheind dä mond
und in dä nachd scheind di sunnä
dä himml is undn
und di erdn is oom
di wolkn hamm fesdn buudn
undä ihre fäiß
und di berch fläing dävoo
iich laaf aff mei händ
und wink mid mei fäiß:
morng is aa numall ä nachd!

Maria Moling: Sirena

i bai, datrai zënza ponsè, 
i bali, deach i ne sà nia plü co sté. 
me sta nia saurì, ne sa nia plü ci te dí
 y tö, cajö, che t`ciares y ne te intënes nia 
da s`la rí, ne ele nia tan rî
mo tan dî, ne vara dal tigní
y sce i sun na persona dal anima rota, 
vëigheste ma ciaran sot te mî edli

Sot ega it ne vëigun nia chi pit… 
Sot ega it ne aldun nia chi scrai…
Hei, heeeei…

noda y tira n salt cun me ia chi pit… 
Sot ega it ne aldun nia chi scrai…
Hei, heeeei…

y i te spieghi 
sciöch sot ega tiri l`flè 
jun a funz 
y düta l`anima it tiruns 
pur che en dè 
i plü bì pësc podunse apiè 
Ciara, en post ai prenotè 
mo ma sce i po te prejenté 
mia pert scüra
y ch cun chera post palsè 
y i polpi cun düc sü tentacoli s abrace 


Sirene

übersetzt von der Autorin

Manchmal sprech‘ ich ohne Gedanken,
Manchmal tanz‘ ich, um nicht zu stehen.
Fühle mich unwohl, möcht‘ nichts erzählen.
Und Du schaust zu, merkst nichts von alledem
Leicht lässt sich ein Lächeln geben,
Doch so schwierig es festzuhalten.
Dass meine Seele kaputt ist, spürst Du nur,
Wenn Du tief in meine Augen schaust.

Unter Wasser sieht man nicht, dass ich weine…
Unter Wasser hört man nicht, dass ich schreie…
Hey, heyheyhey…

Komm spring, schwimme mit mir
Dann verrate ich dir,
Wie ich unter Wasser atme:
Sinkend auf den Meeresboden
Atmen wir einander‘s Seele.
So können wir eines Tages
Die schönsten Fische fangen
Sieh‘, ein Platz ist Dir reserviert,
Wenn meine dunkle Seite Dir gezeigt
Und du mir als Ganzes zugeneigt. 
Unter Wasser lass selbst kommen Kraken
Die mit ihren Tentakeln uns verhaken.

Unter Wasser sieht man nicht, dass ich weine…
Unter Wasser hört man nicht, dass ich schreie…
Hey, heyheyhey…

Natalia Breininger: Игра

Как мы нашли друг друга?
Совершенно случайно, моя дорогая.
Куда мы идем?
Вниз, вверх, в сторону или назад, пойдем туда, куда хочешь.
Я не хочу.
Ты обязана.
Я обязана. Да да, мы обязаны. Жизнь – это всего лишь модальный глагол.
Жизнь – всего лишь модальный глагол.
Да да, модальный глагол. Ты в карты играешь?
Нет.
В азартные игры?
Нет.
Жаль.
Почему?
А то мы бы сыграли.
На что?
На счастье.
Кто выиграет, тому и достанется?
Нет.
Нет?
Ага.
На что тогда?
На обещание счастья.
На обещание счастья?
Именно!
Я не играю.
Отлично!
Я не играю.

Natalia Breininger: < atheist prayer >

а давай постоим
покурим
у окна 13. этажа
порвём нить
связки жизнь
как струны
старой скрипки
как тьмa
разрывает
в клочья
остатки дня

а давай постоим
в обнимку
с осадком дыма
в легких
и огня
и спасём
друг друга
как
от тьмы
спасает луна

а давай помолчим
и сдуем
у бога ресницу
со щеки
прикоснёмся дыханием
друг к другу
губы
молча
отдохнут
на веске

а давай постоим
и спрыгнем
в обнимку
после выкуренной
с 13. этажа
не расcчитывая
на чудо
а всего лишь
на рассвет
грядущего дня

а давай не умрём
не воскреснем
как Христос
и не станем
ничем
святым
а всего лишь
будем

шепотом
или
волнами
на песке

Natalia Breininger: <дробь>

жизнь не скла
дывается в схему смер
ти вы
стрелы раз два тр
и с(к)ука зноб
но дробит (хочется написать) сер
дце (но ведь это
будет кли
ше) любовь ус
тупает место пре
зрению а может быть во
все пусто
те знойно кол
отится орган кров
и из и
вне