Der Luxus
steigt
Die Werte
sinken
Die Ungerechtigkeit
schreit
Die Welt
ist am stinken.
Das Magazin für Eigenart
Der Luxus
steigt
Die Werte
sinken
Die Ungerechtigkeit
schreit
Die Welt
ist am stinken.
Wie raumgreifend kann Luxus sein?
Wenn man nur begrenzte Mittel zur Verfügung hat,
Seine Familie ernährt,
Vielleicht einmal im Jahr in Urlaub fährt,
Seine Rechnungen bezahlt, pünktlich,
Wenn man versucht,
Den gesellschaftlichen Regeln zu folgen,
Sauber zu bleiben,
Dann ist Luxus anders definiert als
Für diejenigen, Die Luxus täglich haben,
Die ein Luxusleben führen,
Die den Luxus nicht mehr als Luxus empfinden,
Sondern als Normalität.
Ist dann noch Luxus
Luxus?
Wie hoch ist die
Fallhöhe?
White Paintings
von Rauschenberg
7 weiße Leinwände
und keine Farbe
Nur Weiß
Das im Tageslicht
unterschiedlich wirkt
Mit den Schatten
von den Besuchern.
Nam June Paik (1974)
Buddha,
der sich selbst sieht
Vor
dem Fernseher
Videoinstallation
Ein Kreislauf
der nicht aufhört
Im Spiegel
Im Fernseher
Du selbst.
im Augenblick zählt das Licht, die Sekunden
verlangsamen sich auf dem Flächenquadrat
in einem Raum zu dem Raum voller Größe
den deine Augen schlussendlich erfassen
hier rückt das Bild von dir selbst in das nächste
gekritzelte Stück deiner Schaffenskraft
wo deine Sonne kein Licht mehr benötigt
bist du bereits bei dir selbst und ganz nackt
für das gefrorene Meer, das von außen
setzt du den Fluss in Natté weiter ab
und mischst den Malstift zum Grau dieser Wüste
die uns umringt, jetzt wirkst du sentimental
und klopfst an die Tür, der Tür deines Herzens
mit dem du fliegst, wenn du losgelöst bist
Musikstück
in 3 Sätzen
Avantgarde
4 Minuten
und 33 Sekunden
Kein einziger Ton
Nur Stille
Im schalldichten Raum,
die zufälligen Geräusche
Das Publikum,
das sich selbst hört
Stille,
die spricht.
(dt. Stierkampf von Navas del Madrano)
der rote Mond auf deinen leisen Lippen
ist eine Sonne bruchscharf schräg am Fell
du hast mich ausgeweidet, leergetrunken
im ersten Akt der Szene wunder Punkt
Beton gerührt und Kreide ausgegossen
mit Öl gemischt und schwarzem Brückenteer
der auseinanderbrach als wir Staub schluckten
im roten Regen alter Winterschwäche
jetzt taut man auf und schwitzt schweißbadend Lunge
im Happening Electric De‘-coll/age
der Adler fliegt die Sense | Katastrophe
Raum contra Müll und Schnee, der leider fehlt
um eine Abfahrt in das Licht zu wagen:
mors certa, Tod an einem Nachmittag…
Flu wie fluide Mauern, die durchbrechen
den Stadtpark in zwei Hälften: Raum und Zeit
das Wachstum in den Mittelpunkt zu rücken
ich denke an Natur und fühl mich frei
den Baum als erstes in mein Herz zu schließen
klopft tropfend Regen durch den Blätterwald
und Wundersamen: Worte, die mir fehlen!
wenn alles Naturell natürlich bleibt
es war einmal ein Flügel, der jetzt kracht
bis er die Flügel FLUXUS wiederfindet
Ton wird geschliffen, bis dort nichts mehr ist
als Staub, Flut und Gezeiten in der Kunst
sich selbst entfesselt weiter zu bewegen:
ein Satz führt dieses Haiku ins Gebet…
Ich bekräftige meinen anspruch
auf grönland
die berge
den schnee
die sprache
die schlecht gelaunten einwohner
den brennenden himmel
am morgen
die lage
auf dem weg
von beinahe überall
nach so gut wie nirgends
das trotzige verschwinden
björk
die heißen quellen
fünfzig poeten
auf hunderttausend einwohner
die fleischklößchen im möbelhaus
ich beanspruche es sehr
ich bin die seltenste aller erden
ich lege mich überall hin
ich entdecke auf langbooten amerika
ich exportiere töpferwaren
bis nach indien
ich habe die höchste depressionsrate der welt
ich habe einen eigenen tango
grönland grönland
über alles
über alles in der welt
blüh im glanze meines glückes
kleines grönland
ich verlange nicht viel
nur einen der unwichtigeren nobelpreise
vielleicht medizin
ich bin ein passabler herzchirurg
oder wirtschaft
come on
königliche akademie
von grönland
*atombombengeräusche*
Ein kleines Stück gewölbter Tunnel, kaum dreißig Meter lang, kaum vier Meter breit, kopfsteinern gepflastert, erstreckt sich im schummrigen, warmen Licht beklebter Leuchtstofflampen. Hie und da bahnt sich Gras durch die harten Flächen, so auch neben einem von vier Tischbeinen einer langen Tafel, bald sechs Meter lang, bald zwei Meter breit, mitten im Raum wie sorgfältig platziert, ein enormer Tisch aus massivem Holz, schlichte Stühle, einfach, bescheiden, zu wenige für die viele Fläche, zu viele für die wenigen Gäste, als Rahmen, nur zwei darunter besetzt, einander zugewandt.
Ein weiter Raum geknüpfter Gefühle, bald drei Dekaden lang, bald ein Leben breit, schaf- und baumwollern, ledern umfasst, umschlungen als eins, ein unklares Knäuel aus Armen, vergrabene Gesichter, im schummrigen, warmen Licht beklebter Leuchtstofflampen. Die Nähe knapp bemessen, kaum eine Zeitlang, kaum ein Fingerbreit, an der Tafelecke rechts hinten wie sorgfältig platziert, ein vereintes Rund aus vollem Atem, von den Kanten nicht zu trennen, bedacht, befühlt, viel für viel Raum, wenig für wenig Fläche, auf zwei Stühlen, an der Tafel, im Tunnel, die einzigen Gäste.