Milchiges Schweigen,
schwache Konturen
Baumstümpfe,
Geister
Das Tal
vom Schleier verschluckt
Im Auge
die unsichtbare Welt.
Das Magazin für Eigenart
Milchiges Schweigen,
schwache Konturen
Baumstümpfe,
Geister
Das Tal
vom Schleier verschluckt
Im Auge
die unsichtbare Welt.
Suppe
mit Buchstaben
Ein Zeichen
fehlt für mich
Ich suche,
stochere
In der Brühe
schwappt keine Antwort.
Versalzen
ungenießbar
Zahlen
im Minusbereich
Kosten
explodieren
In meiner Tasche
schwindet das Geld
Meine Hose
ist zerschlissen.
vor dem wort
war das wur
vor dem wur
war das ur
und im ur
war das supp
nicht suppe
nur supp
ein blupp
ein schlapp
ein sch
dann:
plopp
ein ei
im nein
ein ja
im schleim
es zellte
es teilte
es eilte
es weilte
und plötzlich
hatte etwas
einen rand
und hinter dem rand
stand einer
und sagte:
ich
und das ur
das supp
das blupp
das ganze alte
warmgewesene
sah hoch
und dachte
oh nein
schon wieder einer
Warum bist du die
Suppe in der Nacht.
Wer hat dein schwarzes Wasser
zum Leuchten gebracht.
Ich bin die Gabel
und du bist das Meer.
Mein Kopf ist voll und
mein Bauch ist leer.
Du bist der Duft,
Du bist der Gerechte.
Topf der Suppen,
Topf der Nächte
See-Elefant äöäöäh
Nudeln fand er auf dem Teller,
Möhrchen auch und grüne Schoten.
Manches wurde aufgeboten.
Langsam aß er und dann schneller.
Mit dem Löffel angehoben,
aufgeschöpft die Schweinebrocken,
rausgefischt die Eierflocken.
Und die Nudeln schwammen oben.
Augen schauten mit viel Mühe
etwas trüb, sie sind vom Esser.
And’re Augen schauten besser,
nämlich glänzend aus der Brühe.
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist die Mutter mit ihrem Kind;
Sie hat den Knaben wohl in dem Arm,
sie fasst ihn sicher, sie hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst, Mutter, du den Erlkönig nicht?
Mein Sohn, zeig an, wo lockt er dir?
Dort hinter’m Baum, gleich hier.
„Du liebes Kind, komm geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“
Meine Mutter, meine Mutter, hörest du nicht?
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Ich hör’s, der hat wohl nicht mehr alle;
Schau, wie ich ihm eine knalle!
„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön.“
Hör mal, Erlkönig, lass mein Kind in ruh,
und deine Töchter haben auch bess’res zu tun.
Meine Mutter, meine Mutter, siehst du dort,
Erlkönigs Töchter am düstren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh‘ es genau:
Hey, Mädchen, kommt mit, der ist doch blau!
„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich – Halt!
Nimm deine dreckigen Griffel weg!
Geh zurück in dein ödes Versteck!
Die Mutter ist gereizt; gibt ihm eine Schelle,
Reicht den Töchtern ihre Hand ganz schnelle.
Sie wollen gern mit ihr geh’n
Lassen den Erlkönig alleine steh’n.
Wohlbehalten verlassen sie den Wald,
Sowas versucht der König nicht mehr so bald.
Hihi… xxx
Wald sein
Atmen
und wachsen
Wald sein
Sich aufbäumen
und frei sein
Wald sein
Und sonst nichts.
Für jeden Stein
ein Baum
Bald wächst
ein Wald
Für jede Lunge
atmet der Wald.
Zerstörte Landschaft
übersät von Kahlschlägen
und Kraternarben
Hier war
einmal der Wald
Baumstümpfe und Reste,
totes Gestrüpp
Traurigkeit,
die in mir wächst
Hier war
einmal ein Wald
Die letzten Bäume
In den Wipfeln
blättert der Tod.